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Grober Unfug

Wochenend-Kolumne Grober Unfug

Sie kennen das sicherlich. Man gibt beim Tippen im Smartphone oder bei Suchmaschinen die ersten Buchstaben ein – und schon kommt ein Textvorschlag der Maschine. Wehe, man drückt in solchen Momenten im Handy zu schnell das Leerzeichen – vor allem, wenn ihr Gerät noch dumm ist, also noch nicht zu viele Wörter „gelernt“ hat, die Sie als Nutzer gerne eingegeben.

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Chefredakteur und Geschäftsführer des Göttinger Tageblatts: Uwe Graells

Quelle: EF

Die Folge sind ungewollte Buchstabenkapriolen. „Groner Kirmes“ wird dann schon mal zu „Grober Unfug“. Kein Scherz, so geschehen am Montag beim Frühstück im Festzelt. Grober Unfug und Groner Kirmes, das passt ja nun gar nicht, du blödes Smartphone.

Bei der Eingabe des Gänseliesels will mir die Suchmaschine meines Vertrauens lieber ein Gänseblümchen anbieten. OB Meyer wird zum „Obi“, das „Haus des Wissens“, sollte – um besser gefunden zu werden – doch „Haus des Waldes“ heißen. Und Gernhardts Kragenbär wäre besser als Kragenhai geboren. So viel also zu der Fähigkeit künstlicher Intelligenz.

Ganz ohne Textautomation haben es die Bierbrauer aus Oettingen. Die Großbrauerei will doch tatsächlich unserem „Göttinger“ an den Kragen und überzieht es seit Monaten mit einem Markenrechtsstreit. Die Großen aus Oettingen wollen dem Kleinen aus Göttingen den Garaus machen und die in Einbeck gebraute Traditionsmarke aus Südniedersachsen verbieten.

Wer kommt nur auf eine solche Idee, Oettingen und Göttingen beim Bierkauf zu verwechseln? Die Flaschen sehen anders aus, haben unterschiedliche Formen und vom Etikett ganz zu schweigen. Vom Inhalt sowieso.

Und überhaupt, das schreit doch förmlich nach gemeinsamer Rache. Oettingen hat gerade einmal 5000 Einwohner. Ein Kaff irgendwo in Südbayern, adoptierte Schwaben. Es wäre doch eine hervorragende letzte Amtshandlung, wenn der scheidende OB Meyer seine Juristen loslässt.

Darf Oettingen sich überhaupt so nennen? Göttingen ist um ein Vielfaches größer und auch älter. Die Klage beim Marken- und Patentamt gewinnen wir Unistädter locker. Auf geht’s Herr Meyer. Klage einreichen.

Darf sich die „Sparkasse Oettingen“ so nennen? Das klingt doch zum Verwechseln ähnlich mit der „Sparkasse Göttingen“, oder? Dieselbe Hausfarbe (HKS Rot 13) und das „S“ sieht auch noch zum Verwechseln ähnlich aus. Herr Hald, als Sparkassenvorstand haben sie die patriotische Pflicht, sich der OB-Klage anzuschließen.

Gibt es etwa einen Fußballverein namens „Oettingen 05“? Der Prozess wäre besonders pikant, denn Trikotsponsor der Kicker ist ausgerechnet – Sie ahnen es – „Göttinger“. Vor Gericht gäbe es für „unser 05“ (Bitte in Fanmanier gröhlen: Nuuuulll Fünf) zwar keine Punkte zu gewinnen, aber es wäre endlich mal wieder ein Sieg drin.

Existiert vielleicht sogar ein „Oettinger Tageblatt“? Herr Meyer, wir sind auch mit dabei. Jetzt geht es nicht mehr nur um Markenrechte, sondern auch noch um die gesamte Palette vom Urheberrecht bis zu Nutzungsrechten. 

Die Spielwiese unseres Göttinger Juristen für die einzureichende Sammelklage wird immer größer. Und wenn wir nach jahrelangen Prozessen gewonnen haben, stoßen wir vor lauter Schadenfreude mit einem „Oettinger“ an. Falls es die Brauerei dann noch gibt. Wie schmeckt das Zeug überhaupt?

von Uwe Graells

Den Autoren erreichen Sie per E-Mail an redaktion@goettinger-tageblatt.de.
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