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Groß Schneen: Landkreis bietet einen Klassenraum für Grundschule

Fachräume im Souterrain könnten umgebaut werden Groß Schneen: Landkreis bietet einen Klassenraum für Grundschule

Er werde prüfen lassen, so versprach Landrat Bernhard Reuter (SPD) der Gemeinde Friedland, wie viele Klassenräume der Grundschule am Einzelberg noch überlassen werden können, wenn der gekündigte Mietvertrag im Schulzentrum des Landkreises zum Schuljahr 2017/18 ausläuft.

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Gerade mal einen einzigen der bisher genutzten acht Klassenräume soll die Grundschule am Einzelberg in Groß Schneen über den Sommer 2017 hinaus weiter nutzen dürfen.

Quelle: EF

Groß Schneen. Mindestens vier Klassenräume, so hatte die Gemeinde erbeten, müssten es schon sein, damit die Grundschule zumindest einzügig weitergeführt werden kann.

Das Ergebnis liegt nun vor, es ist ernüchternd: Gerade mal einen einzigen der bisher genutzten acht Klassenräume soll die Grundschule über den Sommer 2017 hinaus weiter nutzen dürfen. Außerdem könnten allerdings die fünf Fachunterrichtsräume im so genannten Sockelgeschoss umgebaut werden, schlägt der Landkreis vor. Die befinden sich unterhalb des Straßenniveaus, also im Souterrain und werden bisher einzig für Fachunterricht wie Werken und Kunst beziehungsweise als Lehrerzimmer genutzt.

Der Umbau solle zudem finanziell zu Lasten der Gemeinde gehen beziehungsweise sich in erhöhter Miete niederschlagen, wenn der Landkreis sie umbaut. Der Landkreis bietet der Gemeinde zudem an, sie könne ja die Klassen-Container auf dem Schulhof übernehmen, die die Carl-Friedrich-Gauß-Schule nicht mehr benötigt, wenn die Oberschule in die jetzigen Räume der Grundschule umzieht.

Das Thema Grundschulen wird heute auch die SPD-Fraktion im Rat der Gemeinde beschäftigen, die sich in beiden Schulen (Friedland und Groß Schneen) über die aktuelle Schulsituation erkundigt. An der heutigen Begehung beider Schulen werden auch Elternvertreter beteiligt sein. Darunter Vertreter der Initiative, die in den vergangenen Wochen mehr als 1600 Unterschriften für die Erhaltung beider Grundschulen gesammelt haben und die an den Ortseingängen mit großen Transparenten für den Bestand einer Grundschule in Groß Schneen werben.

Die SPD, so der Fraktionsvorsitzende Lothar Zeuner, begrüße diese Aktivitäten der Eltern. Es gelte, alle Beteiligten bei der Erstellung eines neuen Schulentwicklungsplanes mitzunehmen. Für Zeuner haben sich gerade im Hinblick auf die Inklusion die Ansprüche an eine Grundschule erhöht. Das gelte es bei einer Entscheigunsfindung zu berücksichtigen.

„Grundsäzliche Enscheidung noch nicht gefallen“

„Wir wollen uns doch nicht am Mangel orientieren, sondern nach einer Optimierung suchen. Es liegt an uns, das Beste daraus zu machen“, erklärt Willi Ballhausen, Dezernent der Landesschulbehörde im Raum Göttingen, den versammelten Eltern in der Pausenhalle der Grundschule Groß Schneen. Der Raum ist gut gefüllt, viele sind interessiert, wie es mit der Grundschule am Einzelberg weitergehen soll.

Zunächst verdeutlichte Willi Ballhausen die Anforderungen, die eine moderne Grundschule erfüllen muss: Individuelle Rückzugsorte für Kinder, gut ausgestattete Unterrichts- und Sporträume, aber auch Arbeitsplätze für die Lehrer und ein umfassendes Unterrichtsangebot, kurzum „ein Ort des Lehrens und Lernens und nicht des Aufbewahrens“, wie Ballhausen es ausdrückte.

Doch viele Eltern aus Groß Schneen sorgen sich, ob die Grundschule nicht ganz geschlossen wird und über die mögliche Beförderung der Kinder in die nächstgelegene Grundschule Friedland. Den Befürchtungen begegnete Bürgermeister Andreas Friedrichs (SPD), indem er versicherte, dass ein Schultransport in jedem Falle sichergestellt werde. Eine grundsätzliche Entscheidung sei jedoch noch nicht getroffen. Es gehe vielmehr darum, sich über die Anforderungen klar zu werden und die verschiedenen Möglichkeiten zu betrachten. Eine Entscheidung werde jedoch in nächster Zeit getroffen, damit nicht die Gefahr bestehe, dass eine Variante ausgeschlossen werde, weil sie zeitlich nicht mehr umsetzbar sei.

Einer der Varianten ist, in der Carl-Friedrich-Gauß-Oberschule auf reduziertem Raumangebot zu bleiben. Eine Bibliothek teilen sich beide Schulen jetzt schon. „Bei uns wird Kooperation gelebt“, erklärte Schulleiterin Inge Neubacher, wies aber gleichzeitig auf die Probleme hin, die ein solches Arrangement mit sich bringen würde. Auch Jeanne Schöningh und Thomas Deja, Mitglieder des Schulvorstandes, wollen sich für den Erhalt einsetzen: „Wir möchten ein qualitativ hochwertiges Angebot in einem angemessenen räumlichen Rahmen, mindestens zweizügig, einen geschützten Raum für unsere Schüler, wo sie sich ihrem Alter gerecht entwickeln können“.

„Ich möchte für meine Kinder eine gute Schulbildung in einer guten Grundschule, am liebsten in einem Neubau in Groß Schneen. Wir sind gerade erst hergezogen, auch, um das  Schulangebot vor Ort nutzen zu können“ erzählt eine Mutter. Der Informationsabend sollte den Eltern jedoch auch die Grundschule Friedland näher bringen. Schulleiterin Elke Klambeck erklärte, sie präferiere die „gemeinsame Unterbringung der Kinder an einem Standort“. Auch in Friedland gebe es Kinder mit einem etwas weiteren Schulweg. Diesbezüglich habe es noch keine Probleme gegeben, und die Kinder würden sich aufgrund der Bushaltestelle direkt vor der Schultür  immer sehr sicher fühlen. In diesem Zuge sprach Klambeck die Einladung zu einem Tag der offenen Tür in der Grundschule Friedland aus, voraussichtlich am 17. März.

mas

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