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Groß Schneen verlangt einzügigen Schul-Neubau

Votum für „Zentrum der Gemeinde“ Groß Schneen verlangt einzügigen Schul-Neubau

Der Ortsrat hat sich einstimmig für Groß Schneen als Standort einer Grundschule und damit für einen einzügigen Neubau im Ort ausgesprochen. Das Gremium sieht darin einen Kompromiss, denn es besteht nicht auf einer eigenständigen Grundschule, sondern empfiehlt die Zusammenlegung (Friedland und Groß Schneen), allerdings mit zwei Standorten.

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Eine der bisher drei Mahnwachen vor dem Rathaus für einen Schulneubau in Groß Schneen.

Quelle: EF

Groß Schneen. Der Alternative, einem Anbau an die Grundschule Friedland, erteilen die Groß Schneer eine Absage. Dies sei „die schlechteste aller Lösungen“, sagt Ortsbürgermeister Lothar Zeuner (SPD). Er begründet das mit einer seiner Meinung nach zu kleinen Mensa, einem zu kleinen Schulhof und zu wenigen Fachunterrichtsräumen sowie damit, dass die Schule für Inklusions-Unterricht nicht geeignet sei. Karl Emde (SPD), Ratsherr wie Zeuner, will im Rat ebenso für den Neubau stimmen. Er habe „die Interessen des Ortes zu vertreten“ und wolle „ein durchgängiges Schulangebot hier erhalten“.  Er verspricht sich davon zudem Vorteile in der Unterhaltung und für die Inklusion. Heinrich Harriehausen (CDU): Groß Schneen sei „das Zentrum der Gemeinde“, daraus dürfe man nicht die Schule entfernen.

Einzig Ute Haferburg (Grüne) mahnte in der auch von vielen Bürgerfragen bestimmten Debatte daran, dass der Rat andere als nur die Groß Schneer Interessen zu vertreten habe. Sie forderte den Ortsbürgermeister, der zugleich SPD-Fraktionschef ist, „zu mehr Neutralität“ auf und sprach „dem Ortsrat den Alleinvertretungsanspruch im Rat“ ab. Sie erinnerte Zeuner zudem daran, dass die Friedländer Schule schon heute Inklusion pflege.

Dem pflichtete Zuhörerin Margot Blotevogel bei. Der Schulhof Friedland sei gerade „sehr großzügig ausgebaut“ worden - in fünf Jahren für 1,5 Millionen Euro. „Seit 1950“, widersprach Zeuner.

Die Erhaltung der Grundschule Groß Schneen nach der Kündigung der Räume im Schulzentrum hatten in einer Unterschriftenaktion auch schon mehr als 1800 Unterzeichner gefordert. Ihnen war aber nicht aufgezeigt worden, dass das einen kompletten Neubau und eine Bedrohung des Schulstandortes Friedland bedeutet. Auch die Elterninitiative, die die Schule im Ort „erhalten“ will, obwohl es nach der Kündigung nur noch um einen Neubau gehen kann, ist inzwischen gespalten. Zu den bisher drei Mahnwachen kamen zwar jeweils 80 bis 100 Befürworter eines Standortes Groß Schneen, andererseits haben aber etliche frühere Mitstreiter der Elterninitiative dieser den Rücken gekehrt. Während viele Ortspolitiker und ein Teil der Eltern noch mit Mahnwachen, beflaggten Häusern und Transparenten für Groß Schneen kämpfen, schrieben die anderen Eltern einen offenen Brief an den Rat. Sie wollen „die absolut bedingungslose Forderung nach Erhalt des Standortes“ nicht unterstützen. Ihnen gehe „Qualität vor Standort“. In dem Brief sprechen sie sich gegen eine „Insel-Lösung“ in Groß Schneen aus, die „zwar kurzfristig die Standortwünsche einiger Eltern (…) bedient, diese aber mit dauerhaft schlechteren Rahmenbedingungen für die dort beschulten Kinder erkauft“. Die Unterzeichner sprechen sich auch deshalb für eine mehrzügige Lösung aus, weil andernfalls bei tendenziell fallenden Schülerzahlen die Diskussion um die Sinnhaftigkeit zweier Standorte wieder ausbrechern werde.

Sondersitzung für Rat und Demo
Friedland. In einer Sondersitzung am 7. Mai (Ort und Beginn noch offen) wird der Rat der Gemeinde Friedland über die Zunkunft der Grundschulen in Friedland und Groß Schneen entscheiden. Es wird nur diesen einen Tagesordnungspunkt geben. Bis zur nächsten regulären Sitzung am 4. Juni wollte die Verwaltung nicht warten. Geplante interfraktionelle Gespräche - hinter vorgehaltener Hand war von einer „nichtöffentlichen Ratssitzung“ die Rede - waren in der vergangenen Woche gescheitert. Jetzt wollen sich erst die Ratsfraktionen intern abstimmen, ehe sie mit den anderen Fraktionen zusammenkommen. Die Befürworter eines Neubaus in Groß Schneen haben zudem für Sonnabend, 25. April, zu einer Demonstration aufgerufen, die um 11 Uhr am alten Sportplatz starten und zur Gemeindeverwaltung führen soll.       ck
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