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Große Schwächen im Öffentlichen Personen-Nahverkehr

Große Schwächen im Öffentlichen Personen-Nahverkehr

Zu teuer, zu lückenhaft, zu unzuverlässig: Das System von Bussen und Bahnen in der Region weist große Schwächen auf, kritisierten Bürger bei der ersten Sitzung des Imes-Mobilitätsprojekts am Mittwochabend.

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Bürgermeister Harlad Wegener spricht, im Hintergrund v.l.: Henning Stahlmann (ZVSN), Ilja Nastjuk (Uni Göttingen), Mathias Eilers (Samtgemeindebürgermeister Dransfeld).

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Mit der Universität Göttingen und dem Zweckverband Verkehrsverbund Südniedersachsen (ZVSN) hatten die Imes-Projektträger ins Welfenschloss geladen. Henning Stahlmann (ZVSN) und Ilja Nastjuk (Uni Göttingen) stellten die Imes-Idee, das erste konkrete Projekt des Südniedersachsenprogramms vor. In den drei „Modellräumen“ Hann. Münden, Uslar und Osterode soll der Mobilitätsbedarf der Bevölkerung im Detail ermittelt werden, die Bürger können sich an diesem Prozess bei einer Reihe von Terminen selbst beteiligen und Vorschläge ein bringen.

Danach gaben die Referenten dem nur in überschaubarer Anzahl (etwa 30 Teilnehmer) erschienenen Publikum Gelegenheit, erste Gedanken in den Erhebungsprozess einzuschleusen. Die Aussagen über den derzeitigen Stand des Öffentlichen Personen-Nahverkehrs (ÖPNV) fielen mit weit überwiegender Mehrheit kritisch aus.

Ein Beispiel gab Julia Bytom, langjährige Sprecherin der Mündener Stadtverwaltung. Sie wohne in der Samtgemeinde Dransfeld, „es gibt aber keine Chance, mit dem ÖPNV zu meinem Arbeitsplatz in Münden zu kommen“. Das Imes-Projekt müsse daher vorrangig der Frage nachgehen, warum die Bürger das derzeitige System nicht nutzten. Überhaupt sei der ÖPNV in der Region eigentlich ein dazu noch schlechter Schulbusverkehr und nicht an den Bedürfnissen der übrigen Bevölkerung ausgerichtet.

Eine Bürgerin aus Hemeln erklärte, die Busverbindungen von Hemeln beispielsweise nach Münden führen zu spät. Und von Hemeln mit dem Bus nach Göttingen zu gelangen, sei „eine echte Herausforderung“. Ein anderer Gast erklärte, die Koordination zwischen Bussen und Bahnen sei oft sehr schlecht: „Wenn die Bahn ankommt, ist der Bus gerade eine Minute weg.“

Und dann die Preise: „Viel zu teuer“, so die mehrfach geäußerte Meinung. Ein Beispiel: Eine Busfahrt von Scheden nach Göttingen und zurück kostet 14 Euro.

Der Dransfelder Bürgermeister Mathias Eilers (SPD) meinte, der problembehaftetes ÖPNV in der Region müsse vom liniengebundenen Verkehr „erlöst“ und somit flexibler werden. Ein weiteres Problem: Früher habe es ein einheitliches Unterrichtsende gegen 13 Uhr gegeben, heute sei der Schulschluss „zerfleddert“ - mit entsprechenden Folgen für die Schulbusplanung.

Ein Vorschlag am Rande der Veranstaltung: Wenn die Zentren die Hälfte ihrer eingenommenen Parkgebühren dem ÖPNV zur Verfügung stellten, könnten die Preise sinken, der Autoverkehr aus den Innenstädten herausgehalten werden.

Erstes Projekt des Südniedersachsenprogramms

Mit dem auf zwei Jahre angelegten Mobilitätsprojekt Imes ist das erste große Vorhaben des Südniedersachsenprogamms gestartet worden. Vorrangiges Ziel ist die detaillierte Erhebung des Mobilitätsbedarfs innerhalb der Gemeinden bis hinein in die einzelnen Dörfer. Bislang gebe es dazu nur einzelne und unabgestimmte Modell- und Pilotprojekte ohne jede vernünftige Abstimmung, meinen die Organisatoren.

In den kommenden Monaten soll es in der Region zahlreiche weitere Bürgertreffen geben, in denen sowohl das Projekt vorgestellt wird als auch Bürger Kritik und Vorschläge in den Erhebungsprozess einschleusen können. Daraus sollen dann machbare und auf die Einzelgemeinden zugeschnittene entwickelt werden.

 hein

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GT-Redakteur/in Matthias Heinzel

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