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Großeinsatz am Heidkopftunnel

Übung auf A 38 Großeinsatz am Heidkopftunnel

Die Stille ist gespenstisch, das Bild irgendwie unwirklich. Dicht gedrängt reihen sich rote Feuerwehrwagen und gelben Notarztwagen auf der breiten Autobahn. Dazwischen Retter in ihren grellen Jacken – ruhig und unaufgeregt. Nur der Wind pfeift hörbar um die dunklen Tunnelröhren, die so bedrohlich wirken.

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Großeinsatz am Heidkopftunnel: Feuerwehr und Rettungswagen suchen im Probealarm ihre Position für den Ernstfall.

Quelle: Heller

Reiffenhausen. Großeinsatz am Heidkopftunnel bei Reiffenhausen. Die A 38 ist gesperrt – stundenlang. Massenunfall in der Nordröhre. Es gibt unzählige Verletzte, aus einem Tankwagen läuft lebensgefährliche Flüssigkeit aus. Und an den beiden Tunneleingängen gehen fast 200 Rettungskräfte mit mehr als 60 Fahrzeugen in Stellung. Ein Einsatz, der jederzeit wirklich werden könnte – an diesem Sonnabend ist er nur gespielt, die Tunnelröhren sind leer.

Der Großeinsatz auf niedersächsischer und thüringischer Seite des 1700 Meter langen Tunnels ist eine Übung. Eine Aufstellübung, zu der Albert Bürmann als zuständiger Abschnittleiter der Göttinger Kreisfeuerwehr sagen wird: „Es hat alles super funktioniert.“ Dass dabei kleine Fehler oder Probleme auftreten, ist kalkuliert – „gerade die wollen wir erkennen und vor dem Ernstfall beheben“, so Bürmann.

An einer Großübung im Heidkopftunnel auf der Autobahn 38 haben 200 Feuerwehrleute, Sanitäter und Polizisten teilgenommen. © Peter Heller

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Seit der lange Tunnel vor sechs Jahren frei geben wurde, proben die Feuerwehren  und medizinischen Rettungseinheiten immer wieder für einen möglichen schweren Unfall in den beiden Röhren. Bei vorangegangenen Übungen sei aufgefallen, dass es für bis zu 35 Fahrzeuge aus dem Landkreis Göttingen und ebenso vielen Rettungswagen aus dem Eichsfeldkreis ganz schön eng sei auf der Autobahn. Wenn im Ernstfall dann Fahrzeuge erst nach und nach eintreffen und überall auch noch Unfallopfer herumlaufen, „kann das schnell im Chaos enden“, so Bürmann. Nach dieser Übung wüssten jetzt alle, wo sie fahren und vor allem wo sie mit ihrem Fahrzeug auch bei einem echten Großalarm stehen sollen.

Ganz ruhig haben die Feuerwehren, Polizei und Teams der Malteser, Johanniter, Arbeiter-Samariter und des Deutschen Roten Kreuzes ausprobiert, wie alles passt – von normalen Löschfahrzeugen und Notarztwagen bis zu Spezialfahrzeugen für den Umweltschutz. Kurz vor der Tunnelröhre mit dem vermeintlichen Gefahrengut-Unfall bauten positionierten sie eine Dekon-Einheit (Dekontamination) – eine Art Dusche für Unfallopfer und Helfer, die zum Beispiel durch Giftgas belastet wurden.

Ab 8.30 Uhr war die A 38 im Tunnelbereich gesperrt, gegen 12.30 Uhr war der Spuk vorbei. Auf den Umleitungsstrecken war es „einigermaßen erträglich, keine großen Störungen“, so die Polizei.

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Autobahn 38 gesperrt

Der Heidkopftunnel im Zuge der Autobahn 38 wird am Sonnabend, 15. September, voraussichtlich von 8.30 bis 12.30 Uhr wegen einer länderübergreifenden Feuerwehrübung in beide Richtungen gesperrt. Feuerwehren und Rettungskräfte werden an diesem Tag eine sogenannte Aufstellübung absolvieren.

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