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Großes Einräumen im Bremker Dorfladen

Mehr als 20 ehrenamtliche Helfer Großes Einräumen im Bremker Dorfladen

Die ersten Müsli-Packungen, Gurkengläser und Spülmittelkartons stehen schon in den Regalen. Gleich neben einer Kühltruhe schieben Annegret Parchen, Barbara Nicklas-Althaus und weitere Mitstreiter Marmeladengläser zurecht. Seit Donnerstag räumen viele ehrenamtliche Helfer den neuen Bremker Dorfladen ein. Am Sonnabend wollen sie den kleinen Laden mit Café mitten im Ort eröffnen.

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Räumaktion im Bremker Dorfladen mit den Helfern Barbara Nicklas-Althaus, Diana Gödecke, Ruth Junge, Anita Nolte und Eberhard Junge.

Quelle: Hinzmann

Bremke. Während sich die Bürger im Nachbarort Reinhausen um ihren Dorfladen sorgen, starten die Bremker gerade erst durch. Im vergangenen Sommer hatte das letzte Lebensmittelgeschäft seine Tür für immer geschlossen. Die Bremker krempelten die Ärmel, gründeten einen Dorfladen-Verein, renovierten den alten Laden, organisierten Regale und Ware. Jetzt sind sie fertig: Ab Sonnabend gibt es in der Heiligenstädter Straße 27 auf etwa 105 Quadratmeter Fläche „alles was man für den täglichen Bedarf benötigt“, sagt Peter Heimbs, Geschäftsführer des Dorfladens in Reinhausen und jetzt auch in Bremke. Und ein angeschlossenes Café, in dem Bremker bei einem Stück Kuchen plaudern können.

„Es muss ja irgendwie weiter gehen“

„Es sieht ja noch böse aus“, sagt Ruth Junge und gibt den anderen noch ein paar Tipps, wie sie die Ware in den Regalen am besten platzieren. Junge hatte den alten Bremker Laden vor vielen Jahren selbst geführt, jetzt ist sie als Vereinsmitglied dabei – „es muss hier doch irgendwie weiter gehen“, sagt sie. Dass es weiter geht, steht fest, nur einen Namen hat der Laden noch nicht. Den wollen die Initiatoren über einen Wettbewerb finden – am Eröffnungstag.
Der Bremker Dorfladen ist am Sonnabend, 7. Februar, von 8 bis 12 Uhr geöffnet. Gegen 10 Uhr wird es einen offiziellen Start geben.

Krisenstimmung in Reinhausen

Mit einem neuen Trägerverein wollen jetzt auch die Reinhäuser ihren Dorfladen vor der Schließung retten. Mehr als 60 von fast 100 Teilnehmern einer Krisensitzung am Mittwochabend haben ihre Unterstützung zugesichert. Viele waren überrascht, dass ihr Laden plötzlich rote Zahlen schreibt. Und noch etwas überraschte viele: Der Wert eines Dorfladens für den Ort und die Grundstücke lässt sich in Euro errechnen. Ebenso ein Betrag, den jeder Haushalt jährlich erübrigen könnte, um den Dorfladen zu unterstützen – wenn er will.

Der Saal ist brechend voll, die Stimmung ist getrübt. So gut hatte es vor fünf Jahren noch begonnen, nachdem das letzte Lebensmittelgeschäft aufgegeben hatte. Über eine Unternehmergesellschaft, in der sich mehrere Reinhäuser eingebracht haben, und 124 Darlehen hatten sie ihren Dorfladen aufgebaut. Ein Laden, in dem es neben Lebensmitteln auch ein Café gibt, eine Poststelle, eine Lotto-Stelle, Bioprodukte und frisches Fleisch. „Wir haben alles, auch Parkplätze vor dem Haus“, so der ehrenamtliche Geschäftsführer Peter Heimbs. Dass er jetzt Alarm schlagen müsse, habe verschiedene Gründe. Die wichtigsten: „Uns sterben die Kunden weg und es gibt leider auch viele Reinhäuser die nach wie vor nicht bei uns einkaufen.“ Hinzu kämen extrem hohe Stromkosten für völlig veraltete Kühlgeräte. Die Folge: 7000 Euro Minus Ende 2014.

Was fehlt, seien neben den Verkaufserlösen sichere Einnahmen, aus denen Verluste gedeckt werden können. Verluste, die bei einem Dorfladen aufgrund seiner Struktur fast normal seien, ergänzte der Göttinger Wirtschaftswissenschaftler und Forstökonom Prof. Volker Bergen. Aufgefangen werden könnten diese durch Spenden oder Mitgliedbeiträge für einen Förderverein. Entscheidend sei dabei die Frage, mit wie viel Geld Bürger den Laden unterstützen würden. Bergen hat bereits für mehrere Orte wie Roringen und Bremke ausgerechnet, welche Wertsteigerung ein Laden für die Grundstückspreise im Dorf hat. Und er kann ausrechnen, wie viel Geld maximal in jedem Haushalt für den Laden eingeworben werden kann. Fazit für Reinhausen: Der Laden steigert die Gundstückswerte um 7,37 Euro je Quadratmeter. Bis zu 81,07 Euro könne jeder Haushalt für den Laden erübrigen – wenn er will.

Die meisten der fast 100 Besucher der Krisensitzung wollen. Und etliche erklärte sich auch spontan bereit, in einem Gründungsvorstand mitzuarbeiten. 72 Euro jährlich könnte sich Heimbs als Mitgliedbeitrag vorstellen. Bei etwa 100 Mitgliedern wäre der Laden dann schon gerettet.

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