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Großprojekt Göttinger Diakonie-Zentrum gerät ins Stocken

Kursschwenk bei Bauverwaltung Großprojekt Göttinger Diakonie-Zentrum gerät ins Stocken

Ernüchterung und Enttäuschung: Das war im evangelisch-lutherischen Kirchenkreistag Göttingen die Stimmungslage, als es um das geplante Diakonie-Zentrum ging, das am Groner Tor zwischen Parkhaus und Marienkirche entstehen soll.

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Parkplatz zwischen Marienkirche und Parkhaus am Groner Tor: Hier ist das Diakonie-Zentrum geplant.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Eigentlich sollten die Mitglieder des Gremiums sich schon mit dem Bericht eines Wirtschaftsprüfers zu Chancen und Risiken des Projektes befassen. Vorgesehen war außerdem auch ein möglicher Beschluss zur Einleitung eines Architektenwettbewerbs.

Doch Pastor Thomas Harms, musste zerknirscht vor das Gremium treten. Man sei zwar nicht wieder bei Null, es habe jedoch einen deutlichen Rückschritt gegeben, so der Leiter des Projekts, der „eine plötzliche Hartleibigkeit“ der städtischen Bauverwaltung gegenüber dem Projekt beklagte. Nach dem Verzicht auf ein zusätzliches Geschoss habe es vom Baudezernat bislang positive Signale gegeben, dass das Vorhaben ohne einen neuen Bebauungsplan umgesetzt werden könne, indem der bestehende Plan von 1981 modifiziert werde.

Doch nun ziehe sich die Bauverwaltung wieder vollständig auf den Plan von 1981 zurück, der erfüllt werden müsse. Das ist in wesentlichen Eckdaten bei der jetzigen Planung auch der Fall, jedoch nicht im Hinblick auf die Abstufung des Gebäudes. Durch die neue Haltung der Bauverwaltung könne es zu einer Verzögerung des Baubeginns um sechs bis zwölf Monate und damit zu höheren Kosten kommen.

Verwaltung bestreitet Kursänderung

Auch Superintendent Friedrich Selter hat den Kursschwenk der Bauverwaltung wahrgenommen. Er bemühte sich im Kirchenkreistag jedoch, die Wogen zu glätten. Er glaube nicht, dass es grundsätzliche politische Vorbehalte gegen das Projekt gebe. Es gehe wohl vielmehr um die konkrete Ausgestaltung des Projekts, auch vor dem Hintergrund derzeit umstrittener Bauvorhaben wie des Sparkassen- und Hotelbaus am Groner Tor. Harms geht davon aus, dass die Parteien im Stadtrat ein stärkeres Mitspracherecht einfordern. Selter und Harms hoffen nun auf weitere Gespräche und positive Signale bis zur nächsten Kirchenkreistagssitzung im Mai.

Die Verwaltung bestreitet allerdings, ihren Kurs geändert zu haben. „Unsere Bauverwaltung hat immer auf die Einhaltung der Festsetzungen des B-Plans verwiesen“, so Sprecher Detlef Johannson. Für „kleinere Abweichungen“ habe sie zwar Befreiungen im Rahmen der üblichen Vorgehensweise in Aussicht gestellt. „Befreiungen in einem größeren Umfang sind aber planungsrechtlich nicht möglich. Hierfür müsste dann der B-Plan geändert werden.“ Darauf sei stets hingewiesen worden.

Auch kirchenintern gibt es noch Skepsis gegenüber dem Projekt. Zu der positiven Einschätzung eines Wirtschaftsprüfers, die Investition sei insgesamt „als vorteilhaft“ zu bewerten, gab es im Kirchenkreistag kritische Nachfragen im Hinblick auf Finanzierungsrisiken. Auch gegen die geplante Umgestaltung der Marienkirche zur Diakoniekirche gibt es weiter Widerstand. Eine Gruppe, die Veränderungen in der Kirche ablehne, habe ihm eine Liste mit etwa 80 Unterschriften übergeben, so Selter.

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