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Grüne Abgeordnete geben sich kämpferisch

Wahlkampfauftakt auf Burg Katlenburg Grüne Abgeordnete geben sich kämpferisch

In den Wahlkampf gestartet sind am Sonnabend die Grünen der Kreisverbände Göttingen und Northeim-Einbeck auf Burg Katlenburg. "Bis gestern dachten wir noch, dass es um einen Wahlkampf geht", sagten beide Direktkandidaten Viola von Cramon und Jürgen Trittin. Doch seit Freitag seien es nun zwei.

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Quelle: Franke

Katlenburg. Das Thema des Wechsels der niedersächsischen Abgeordneten Elke Twesten von den Grünen zur CDU beherrschte die Gespräche auf Burg Katlenburg. "In den Gesprächen am Freitag haben eigentlich alle nur gesagt, die Elke spinnt", berichtete Trittin aus der Bundestagsfraktion.

Dann hätten viele das Thema schnell abgehakt. "Wir finden uns aber nicht damit ab, dass ein Land regiert wird mit einer Mehrheit, die nur auf den Befindlichkeiten einer Person beruht."

Votum zurück an die Bürger

Der niedersächsische Umweltminister Stefan Wenzel, der zur Unterstützung der beiden Kandidaten nach Katlenburg angereist war, erinnerte an 1976, als eine Stimme aus der SPD und FDP bestehenden Regierungskoalition dazu beigetragen habe, dass Ernst Albrecht von der CDU zum Ministerpräsidenten gewählt wurde.

"Niedersachsen hat, was das angeht, eine traurige Tradition", so Wenzel. Das Resultat sei damals unter anderem die Entscheidung für Gorleben gewesen. "Deshalb haben wir uns schnell entschieden, wir geben das Votum an die Bürger zurück."

Die aktuelle Koalition habe zwar an vielen Stellen die Hebel umgelegt, habe aber auch noch viel vor. Als Beispiele nannte er das Klimagesetz, das Wassergesetz und das Gleichstellungsgesetz.

Eintieg in die Elektromobilität

Trittin, der mit zwölf Mitfahrern per Fahrrad aus Göttingen anreiste, übernahm die Rolle, die Wahlkampfthemen zu benennen. So brauche es unter anderem Änderungen in der Landwirtschaft und im öffentlichen Nahverkehr, vor allem im ländlichen Raum.

Als Topthema bezeichnete er aber den Einstieg in die Elektromobilität. In anderen Ländern würden Diesel verboten. Deutschland dürfe nicht eine vom Aussterben bedrohte Technologie perfektionieren und dafür den Anschluss in einer modernen Technologie verlieren.

In den Wahlkampf gestartet sind am Sonnabend die Grünen der Kreisverbände Göttingen und Northeim-Einbeck auf Burg Katlenburg.

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Vor zehn Jahren habe er gesagt, wir müssen an unsere Kinder denken. Doch der Klimawandel sei schneller gewesen als erwartet. Deshalb müssten die Klimaschutzziele unbedingt eingehalten werden. Das bedeute auch, dass kurzfristig die ältesten Kohlekraftwerke vom Netz genommen werden müssten und langfristig den Ausstieg aus den Kohlekraftwerken.

Die Grünen gehen nach Angaben von Trittin nicht mit Koalitionsansagen in den Wahlkampf. "Die Menschen im Land werden es entscheiden", sagte er, "und nicht die Elke Twestens." Von Cramon betonte, dass es für die Grünen wichtig sei, dass sie selbst stark seien.

Expertenrunde

In einer anschließenden Elektromobilitätsrunde wurde das Thema mit Experten vertieft. Christine Koller und Alex Holtzmeyer vom Institut für angewandte E-Mobilität aus Steyerberg im Landkreis Nienburg, zwei Pioniere der Elektromobilität, bieten seit 1991 Car-Sharing mit E-Mobilen an.

Matthias Schmidt aus Osterode will seit 2010 E-Motorräder und den damit verbundenen Tourismus im Harz etablieren. Weitere Gesprächspartner waren Raimund Nowak, Geschäftsführer der Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg, sowie Vertreter des Unternehmens Radotronic aus Osterode und des Fahrradhandels e-motion aus Herzberg.

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