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Grüne Pfeile und Schilder auf dem Göttinger Wochenmarkt

"Zu klein und zu unübersichtlich" Grüne Pfeile und Schilder auf dem Göttinger Wochenmarkt

Vor rund einem halben Jahr haben Wochenmarktverein und Stadt einen mit grünen Pfeilen markierten Rundlauf eingerichtet, der über den Wochenmarkt führt. 310 Meter lang, beginnt er am Durchgang zur Kurzen Straße, schlängelt sich rechts an den Ständen vorbei zur Hospitalstraße und führt dann an der Nordost-Seite des Platzes wieder zum Ausgangspunkt Kurze Straße zurück.

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"Zu klein und zu unübersichtlich": Grüne Pfeile und Schilder auf dem Göttinger Wochenmarkt

Quelle: Heller

Göttingen. Dort sowie an den anderen drei Zugängen (Hospitalstraße, Lange-Geismar-Straße sowie Kurze-Geismar-Straße) befindet sich jeweils ein Info-Schild mit den Namen der einzelnen Stände, ihrem Angebot und ihrer Nummer.

Beispiel: der „Tofit“-Stand hat die 210, ist also – wenn man dem Rundlauf folgt – nach 210 Metern von der Kurzen Straße aus zu erreichen.

Ob der Rundlauf etwas bringt – darüber scheiden sich die Marktbeschicker-Geister allerdings. „Ja“, sagt Dieter Rabe, „das tut er“. Eine ganze Reihe von Besuchern würde sich an den Pfeilen orientieren, so der Vorsitzende des Wochenmarktvereins, und weil die Beschicker gelegentlich wechseln, tausche der Marktmeister die Info-Schilder alle paar Monate aus.

„Nein“, sagen dagegen Sascha Wedekind vom „Gemüsebau Manegold“ sowie Diana Koop von „Die Fischkiste“. Die Zahl der Kunden habe sich durch den Rundlauf nicht erhöht und noch nie habe sie jemand auf Pfeile oder Schilder angesprochen. Die Antwort auf die Frage, welche Nummer sie hätten, fällt bei beiden dann auch eindeutig aus: „keine Ahnung.“

Dass die Wochenmarkt-Besucher die Pfeile nicht wahrnehmen, können Michaela Höhne von „Tofit“ sowie Monika Rauch von der „Bio-Gärtnerei Silkerode“ allerdings nicht bestätigen: „die Leute fragen schon mal, wofür die sind“. Höhne ist jedoch mit den Schildern nicht einverstanden: „Sie sind viel zu klein und unübersichtlich.“

Und was denken die Wochenmarkt-Besucher? Eine Frau äußert die gleiche Kritik an den Schildern wie Höhne: „Sie sind kaum zu entziffern. Die meisten Besucher sind doch nicht mehr jung,  jenseits der 45 kann die kleine Schrift ohne Brille niemand mehr lesen.“ Jens und Iris Richter finden unterdessen, dass der Rundlauf eher unnötig ist: „Ein Markt ist doch zum Schlendern da, nicht zum gezielten Einkaufen.“ 

Nicht nur als unnötig, sondern sogar als ablehnenswert empfindet ein junger Mann die Pfeile: „Sie symbolisieren Recht und Ordnung“, so der Student der Sozialpädagogik. Die Menschen folgten den Pfeilen und glaubten, sie seien deshalb automatisch im Recht: „Ich bin schon mal in entgegengesetzter Richtung gegangen und wurde daraufhin angeherrscht, dass das gegen die Vorschriften sei.“ 

Von Hauke Rudolph

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