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„Ich bin der Öko“

Anton Hofreiter im Tageblatt-Interview „Ich bin der Öko“

Wie können Flüchtlinge integriert werden? Was steckt hinter dem neuen Zivilschutzkonzept? Und wie sollte man mit NPD, „Freundeskreis Thüringen/Niedersachsen“ und anderen rechten Gruppierungen umgehen? Im Tageblatt-Gespräch hat Anton Hofreiter, Grünen-Franktionsvorsitzender im Bundestag, Rede und Antwort gestanden.

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Anton Hofreiter

Quelle: Christoph Mischke

Göttingen. „Darf ich bleiben oder nicht?“ - diese rechtliche Frage müsse jedem Flüchtling schnell beantwortet werde, so Hofreiters zentrale These für eine erfolgreiche Integration. Sonst fehle die Motivation, um beispielsweise Deutsch zu lernen.

Klare Stellung bezog Hofreiter auch was Windenergie angeht. So sagte er zur Genehmigung von Windradstandorten: „Lokal weiß man am besten, wo eine Infrastruktur hingestellt werden kann.“ Überrascht war Hofreiter aber davon, dass es unterschiedliche Regelungen in der Bundesländern gibt. In Niedersachsen sind Windräder im Wald nicht erlaubt, im Nachbarland Hessen schon. Das gelte in Niedersachsen auch für wirtschaftlich angelegte Wälder, wie es sie in Südniedersachsen und der Region Göttingen oft gibt.

Auch auf das aktuelle Thema des Zivilschutzes ging Hofreiter ein. „Teile des vom Bundeskabinett beschlossenen Papiers sind kopflos“, sagte Hofreiter. Er würde bei der Sicherheitspolitik einen anderen Schwerpunkt legen: „Saudi-Arabien ist Hauptsponsor der islamistischen Ideologie.“ Dass die Regierung dagegen keine Maßnahmen ergreife, verstehe er nicht.

Dabei gehört Sicherheitspolitik nicht zu Hofreiters Schwerpunkten. „Ich bin der Öko“, sagt der Politiker, der sich neben Cem Özdemir, Katrin Göring-Eckardt und Robert Habeck als Spitzenkandidat zur nächsten Bundestagswahl bewirbt. Sein Schwerpunkt: die Zukunft der Landwirtschaft. Und Hofreiter sagt: „Ich bin eckiger, direkter, schwieriger. Aber dafür kriegt man bei mir Veränderungen, die man sich wünscht.“ Jungen Leuten biete seine Partei „einen Planeten mit Lebens-Grundlage“.

Auf die Frage, ob nach der Bundestagswahl linke Mehrheiten realistisch seien, reagierte Hofreiter vorsichtig optimistisch: Es sei alles offen, bei der SPD sowie den Linken seien Debatten im Gange. Über die Grünen sagte Hofreiter: „Wir reden mit demokratischen Parteien und dazu gehören auch die Linken.“

Zum Umgang mit rechten Parteien und rechts-orientierten Gruppierungen sagte er: „Es macht einen Unterschied wie man damit umgeht, je nachdem ob man es wirklich mit Neonazis, mit als ungenau bezeichneten Rechtspopulisten oder mit Bürgern, die eher autoritär ausgerichtet sind, zu tun hat“. Sein Tipp: so präzise wie möglich in der Unterscheidung sein. Sein gleichzeitiges Eingeständnis: „Da haben wir sicher auch Fehler gemacht.“

Schwerpunkte Naturschutz, Landwirtschaft sowie Verkehr

Anton Hofreiter (geboren 1970) hat in München Biologie studiert und dort auch promoviert. Neben seiner wissenschaftlichen Karriere war Hofreiter seit 1986 beim Bündnis 90/Die Grünen als Mitglied aktiv. Bei der Bundestagswahl 2005 gelangte er erstmals in den Bundestag, 2011 wurde er zum Vorsitzenden des Verkehrsausschusses gewählt. Seit 2013 ist Hofreiter Fraktionsvorsitzender im Bundestag. Zu seinen Schwerpunktthemen gehören Landwirtschaft, Naturschutz sowie Verkehr. Hofreiter hat sich als Spitzenkandidat für die Bundestagswahl 2017 beworben.

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