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Grundschüler pressen eigenen Apfelsaft

Elliehausen Grundschüler pressen eigenen Apfelsaft

Apfelsaft pressen die 200 Kinder, die die Regenbogenschule in Elliehausen besuchen, einmal im Jahr selbst. Dann bringt Lehrer Dietmar Lakemann einen Obstschredder und eine Presse mit. Eltern schaffen zahlreiche Kisten Fallobst herbei. „Der Saft schmeckt wie der der Apfel selbst“, staunte am Donnerstag Sara (6).

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Quelle: Harald Wenzel

Göttingen. „Als erstes waschen wir die Äpfel“, erklärt Dean (10). Lakemann, der seit fünf Jahren mit den Kindern mostet, hat auf dem asphaltierten Schulhof Am Herrenacker 1 eine große Wanne mit Wasser gefüllt. Die Kinder schütten die Äpfel hinein und planschen herum. Auf ein Zeichen ihres Lehrers dürfen sie das Obst in den Schredder werfen. Unten kommen die Apfelstückchen heraus und fallen in einen Eimer. „Wie eklig“, ruft Max (7).

 

Als der Eimer überzuquellen droht, sagt Lakemann: „Stopp, das reicht!“ Schützend hält er seine Hand über die Einwurföffnung des Häckslers. Jetzt sind ältere Grundschüler gefragt. Sie müssen den schweren Eimer in den Pressbeutel im Entsafter entleeren. Das ist gar nicht so einfach. Ein paar Stückchen fallen daneben. „So eine Presse gehört zur Grundausstattung eines Bauernhofs“, erklärt der Lehrer den Kindern. Lakemann setzt einen Holzdeckel auf die Presse und macht das Gerät arbeitsbereit.

Reihum dürfen die Schüler die Kurbel drehen. Ein Junge macht den Anfang. Die Kinder stehen im Kreis, rufen „Erik, Erik!“ und klatschen dazu aufmunternd in die Hände. Dann kommt der nächste dran. Unten aus dem Moster läuft der Saft heraus. Eimer für Eimer wird in ein großes Fass gegossen. Klassenweise kommen die Schüler auf den Hof. Jedes Kind hält einen Becher in der Hand. Mit leuchtenden Augen trinken sie den Saft. „Der schmeckt richtig gut“, meint Christopher (9).

 

„Ich möchte den Kindern zeigen, dass auch Fallobst wertvoll ist“, betont der Lehrer. Spielerisch würden die Schüler an die Arbeit herangeführt und hätten großen Spaß. Nebenbei lernten sie, im Team zu arbeiten. Er selbst moste schon seit 20 Jahren. Mit Freunden teile er sich die Geräte. Nur für das ausgepresste Obst hätten sie noch keinen Schäfer gefunden. Statt den Trester an Tiere zu verfüttern, lande er in der Biotonne.

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