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Gruppe um Sonja Müller plant Wohngemeinschaft

Mit der Wahlverwandtschaft zusammenleben Gruppe um Sonja Müller plant Wohngemeinschaft

Göttingen. Mit der Wahlverwandtschaft zusammenleben, das ist ein Ziel von Sonja Müller. Mit etwa zehn Gleichgesinnten zwischen 50 und 60 Jahren arbeitet sie daran, eine Wohngruppe zu gründen. Noch ist die Gruppe offen für Interessierte, die auch gerne in Gemeinschaft leben wollen.

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Sehen das Leben mit anderen als Herausforderung: Sonja Müller, Sigrid Nordhausen und Ulrich Hunaeus (von links).

Quelle: Heller

Seit vier Jahren lebt Sonja Müller allein. Zwar liebt die Krankenschwester es sehr, in ihren eigenen vier Wänden nach Hause zu kommen. Doch sie sieht auch die Gefahr, sich dort zu vergraben, eigenbrötlerisch zu werden. Auf die Idee zur Wohngemeinschaft sei sie vor ungefähr drei Jahren bei einem Vortrag am Goldgraben gekommen. „Wie finde ich das für mich passende Wohnprojekt?“ lautete der Titel, der sie lockte.

„Mein ganzes Leben habe ich mich schon damit beschäftigt“, erzählt Sigrid Nordhausen aus der Gruppe. Ihre vier Kinder sind längst groß, nun lebt die Tanztherapeutin und Bildhauerin allein. „Jetzt bin ich frei“, sagt die Frau aus Herzberg. „Jetzt möchte ich da anknüpfen, wo ich einmal aufgehört habe.“ Bis zur Gründung ihrer Familie habe sie immer in WGs gewohnt. Jetzt hat sie sich überall in Deutschland verschiedene Wohngruppen angesehen.

Weil sie nicht fand, was sie suchte, schaltete sie Anzeigen im Tageblatt und in anderen, auch überregionalen Zeitungen. So kam der Kontakt zu Sonja Müller zustande. Wie Müller möchte auch Nordhausen keinesfalls ihre Unabhängigkeit aufgeben. „Doch der Mensch ist nun einmal so, dass er nicht immer allein sein möchte.“ „Manchmal möchte ich etwas sofort erzählen können“, schildert Müller. Manchmal würde man gern spontan zusammen ausgehen, sinnt sie weiter. „Manche Singles suchen krampfhaft einen Partner“, sagt Nordhausen. Das möchte sie eher dem Zufall überlassen. Weil sie dennoch nicht alleine leben will, sucht sie eine passende Wohngemeinschaft.

Im Moment werde noch sehr im Rahmen von Seniorenprojekten gedacht, sagt als Dritter im Bunde Ulrich Hunaeus. Reine Altersvorsorge aber wollen sie nicht treffen. „Das, was wir hier planen, ist zeitgemäßer“, beschreibt Müller. Gern können sich auch Jüngere und Paare anschließen. In ihrem Mehrgenerationenprojekt behalte der Einzelne viel Freiraum für sich, für Gelände und Gebäude aber sei jeder in der Gemeinschaft verantwortlich, nennt Nordhausen einen großen Vorteil. „Das Paradies, das wir anderswo nicht gefunden haben, werden wir auch hier nicht finden“, stellt Nordhausen realistisch fest. In einer Gruppe, wie sie sie planen, müsse man sich bewusst begegnen, das berge eine Menge Potential. Das gemeinsame Leben als Herausforderung stellen sich die Planer vor.

Eine Gruppe möchte in die Stadt. Eine zweite Gruppe kann sich das Leben auf dem Land besser vorstellen. Um den richtigen Weg zu ihrem Ziel zu finden, kommen sie regelmäßig zusammen. Das nächste Treffen ist am Sonntag, 27. Februar, um 11 Uhr vorgesehen. Ein gemeinsames Wochenende planen sie am 21. und 22. Mai. Auskünfte erteilt Sonja Müller unter Telefon 05 51 / 63 43 638 oder per E-Mail an msonja85@yahoo.com.

Von Ute Lawrenz

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