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Günter Braun verabschiedet sich vom Betriebshof Bovenden

Spezialgebiet Rasenmäher Günter Braun verabschiedet sich vom Betriebshof Bovenden

Eigentlich wollte Günter Braun über den Wehrdienst hinaus bei der Bundesmarine bleiben. Aber dann ging er doch lieber zurück nach Ellierode statt weiter zur See zu fahren, „wegen mir hat er aufgehört“, sagt Ehefrau Ursula mit einem Anflug von Stolz in der Stimme.

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Ruheständler mit Bronzedackel: Günter Braun aus Ellierode war 25 Jahre lang Gemeindearbeiter in Bovenden.

Quelle: Vetter

Bovenden/Ellierode. So kam es, dass der gelernte Kfz-Mechaniker im Laufe seines Berufslebens nicht fremde Häfen, sondern von 1989 an den Betriebshof des Flecken Bovenden ansteuerte. Nach 25 Dienstjahren hat sich der Gemeindearbeiter jetzt in den Ruhestand verabschiedet.  

Der Ellieröder begann seine Laufbahn in der Privatwirtschaft. Nach der Ausbildung, dem Wehrdienst und der Hochzeit mit Ursula arbeitete Braun in Göttingen bei der Firma Lünemann. Von dort aus wechselte er aus freien Stücken in den öffentlichen Dienst beim Flecken Bovenden, „mein Spezialgebiet waren unter anderem Rasenmäher“.

In seine Zuständigkeit fiel aber nicht nur die Wartung kommunaler Schlepper, von Aufsitz- und Schiebemähern sondern auch der Kettensägen, des Unimogs und der Transporter sowie diverse Schweißarbeiten. „Ich hatte reichlich zu tun“, sagt der heute 64-Jährige.

Und außerdem viel Gelegenheit, sich für Spezialaufgaben kreative Lösungen auszudenken. So baute er für einen Kindergarten eine Wolke, die als Garderobe diente, für die Quelle am Rauschenwasser ein schönes Geländer und verlängerte durch eine Komplettsanierung die Lebensdauer eines alten Feuerwehrautos, „das war für ein paar Jahre wieder voll funktionsfähig“. Dafür erhielt „Charlie Braun“, so sein Spitzname auf dem Betriebshof, viel Anerkennung.

„Wir haben immer Dackel gehabt“

Nicht nur handwerklich, sondern auch kreativ zu arbeiten, war Braun sehr wichtig. Das wird schon in seinem Vorgarten deutlich. Die Zeitungsrolle auf der Grundstücksmauer ist ein selbst entworfener bronzener Dackel – und so etwas wie ein Familienwahrzeichen: „Wir haben immer Dackel gehabt.“

Paula ist der Name des derzeitigen vierbeinigen Mitbewohners. Dass er sich in seinem Ruhestand langweilen könnte, befürchtet der Ellieröder nicht. Braun erledigt Reparaturen am eigenen Haus, kreiert und bastelt Dinge wie eine Weihnachtskrippe oder Gartenschmuck.

Oft werden ihm defekte Gerätschaften aus der Nachbarschaft gebracht. Seit 1981 vertritt er die SPD im Ortsrat und engagiert sich darüber hinaus noch für die Feuerwehr und den Heimatverein. Dann gibt es die beiden erwachsenen Kinder mit ihren Familien, „wir haben vier Enkelkinder“.

Außerdem, darin sind sich die Küsten- und Skandinavienfans Günter und Ursula Braun einig, wollen sie so oft wie möglich verreisen. „Gotland ist ein dringendes Ziel“, sagt der Ruheständler, „und auch die Bretagne“.

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