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Güntersen feiert Tag der Deutschen Einheit

Anbringung der Gedenktafel Güntersen feiert Tag der Deutschen Einheit

„Nehmt eure Mützen ab“, gebietet Egon Liefke, dann stimmt der Vorsitzende der Vereinigten Sängerchöre Güntersen die Nationalhymne an. Die rund 80 Umstehenden tun es ihm gleich, und gemeinsam intonieren alle „Einigkeit und Recht und Freiheit …“

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Anbringung der Gedenktafel an der Einheitseiche in Güntersen.

Quelle: Heller

Güntersen. Rund 80 Einwohner sind am Freitag aus Anlass der Feier zum 25. Jahrestag der Wiedervereinigung im Dorf zusammengekommen. Unter der von Hedwig Schäfer (im Dorf als „Oma Häthe“ bekannt) im Oktober 1989 gepflanzten Einheitseiche präsentiert Ortsbürgermeister Norbert Hasselmann (Grüne) die neue Gedenktafel, auf der unter anderem ein Schild mit der Aufschrift „Halt! Grenzkontrolle!“ sowie Willy Brandts berühmter Satz „Jetzt wächst zusammen, was zusammen gehört“ zu sehen sind. Ein Volk habe sich damals die Freiheit erkämpft, und zwar „ohne Schuss, ohne Gewalt, nur mit Kerzen in der Hand“, betont Hasselmann in einer kurzen Ansprache.

Anschließend weihen alle mit Erbsensuppe und Bier den neuen Platz vor der Volksbank ein. Im alten Spritzenhaus, das derzeit restauriert wird, um anschließend als kleines Kulturzentrum zu dienen, läuft ein Film über die Ereignisse in der DDR, welche die Revolution auslösten, die „zum Wunder der Wiedervereinigung unseres Vaterlandes“ führte, so Hasselmann.

In seiner Gedenkrede geht der Politiker auch auf die Hells-Angels- und Nazi-Aufmarsch-Problematik ein, mit der das Dorf konfrontiert ist. Ortsrat und Bürger stellten sich organisierter Kriminalität und extremistischen Umtrieben beherzt entgegen. Zwietracht sei da fehl am Platz. „Nur ein im Ziel geeintes Dorf kann den – uns von außen auferlegten – Problemen auf Dauer die Stirn bieten“, ruft der Bürgermeister beschwörend und kämpferisch zugleich in sein Mikro.

Von Hauke Rudolph

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