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OHG bisher "stiefmütterlich behandelt"

Raumnot OHG bisher "stiefmütterlich behandelt"

"Hier gibt es erheblichen Nachholbedarf, der muss jetzt dringend bedient werden", kommentiert der Göttinger CDU-Bundestagsabgeordnete Fritz Güntzler die Situation am Otto-Hahn-Gymnasium. Mit CDU-Ratsherr Ludwig Theuvsen hat er das OHG am Mittwoch besucht. Die Schule leidet unter erheblicher Raumnot.

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Sind überrascht von den kleinen OHG-Klassenräumen: Fritz Güntzler (von links) und Ludwig Theuvsen bei einem Rundgang mit Schulleiterin Rita Engels.

Quelle: Schubert

Göttingen. Es wird immer enger im Göttinger Otto-Hahn-Gymnasium: Etliche Klassenräume sind nur 45 Quadratmeter groß. Zudem fehlen mittelfristig etwa 16 Klassenräume, wenn ein maroder Pavillon wie geplant abgerissen wird und das zurückgekehrte Abitur nach 13 Schuljahren alle Jahrgangsstufen erreicht. Darüber hinaus gibt es keine richtige Mensa und keine Aula.
Eine Situation, die Schüler, Lehrer und Eltern nicht mehr hinnehmen wollen: Seit Mai gehen sie auf die Barrikaden, haben eine Demo organisiert und Leserbriefe geschrieben. Sie fordern einen An- oder Neubau, für den sie bereits eigene Pläne vorgelegt haben. Auch für eine richtige Mensa, die zugleich als Aula diesen könnte, haben sie Ideen entwickelt. Zugleich protestieren sie gegen die favorisierten Lösungsvorschläge der Stadtverwaltung: Sie will im 3. Stockwerk der benachbarten Berufsschule mehrere Klassenräume mieten und OHG-Schüler pendeln lassen. Das Gebäude gehört dem Landkreis Göttingen. Inzwischen haben die Schulpolitiker des Rates die Verwaltung aber auch damit beauftragt, das Mietmodell und einen möglichen Ergänzungsbau am OHG genau durchzurechnen.
Ausgelagerte Klassen "wären eine Katastrophe für uns", sagte OHG-Schulleiterin Rita Engels: Auf dem Weg von der Außenstelle zu den Fachräumen, zur Mensa und zum Lehrerzimmer "wären die Schüler ständig und abgehetzt unterwegs". Die Schulgemeinschaft und wesentliche Elemente des OHG-Konzeptes, dass auf die stark gemischte Schülerschaft ausgerichtet sei, würden zerschlagen. Dazu gehörten Patenschaften und jahrgangsübergreifende Projekte, bei denen ältere Schüler die jüngeren unterstützen, ergänzte Markus Clemens aus dem Schulleiter-Team. Engels bezweifelt auch, dass ein langfristiger Mietvertrag inklusive Umbau in den BBS-Räumen günstiger sei als ein "einfacher aber praktischer Neubau gleich hier nebenan mit direkter Anbindung".
Der finanzielle Spielraum dafür sei vermutlich gegeben, so Theuvsen. Er sei irritiert über den Umgang der Verwaltung und anderen Fraktionen mit dem OHG. Es sei seit vielen Jahren Konsens, alle Schulen gleichwertig zu behandeln - "das ist hier nicht gelungen". Das OHG werde stiefmütterlich behandelt, obwohl gerade dieses Gymnasium stark angelaufen werde, ergänzte Güntzler. Wichtig sei jetzt eine "schnelle klare politische Entscheidung im Rat".

Am Montag hatten auch der Bundestagsabgeordnete Jürgen Trittin und  die Ratsfrau Suse Stobbe (beide Grüne) das OHG besucht. "Die Verwaltung ist jetzt aufgefordert, zeitnah einen belastbaren Kostenvergleich vorzulegen und dabei auch die pädagogischen Vor- und Nachteile berücksichtigen", resümierte Trittin.

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