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Gut Wissmannshof plant Ausbau zum Sport- und Golfresort

Thema des Tages Gut Wissmannshof plant Ausbau zum Sport- und Golfresort

Von der bestehenden 18-Loch-Golfanlage zu einem 27-Loch-Meisterschaftsplatz samt Ferien- und Freizeitresort will sich das Gut Wissmannshof bei Speele weiterentwickeln. Damit will Inhaber Hubert Landefeld die Golfanlage nicht nur für ambitionierte Golfsportler sondern auch als Ausflugsziel für die ganze Familie attraktiv machen. Schließlich verspricht Gut Wissmannshof auch für den Tourismus in der Region Potenziale. Seit Wochenbeginn laufen die abschließenden Beratungen in den Staufenberger Gremien zur Bauleitplanung.

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Auf dem Golfplatz Gut Wissmannshof ist ein Teil der neuen Bahnen fertiggestellt. Geschäftsführer Hubert Landefeld zeigt, wo die Landschaft noch modelliert wird.

Quelle: Eichner-Ramm

Staufenberg. Auf dem Weg von der „Bauernwiese“ zur modernen Golfanlage ist zurzeit das Gut Wissmannshof in der Gemeidne Staufenberg. Momentan erfolgt die Erweiterung des bestehenden Golfplatzes. Geschäftsführer Hubert Landefeld hat Großes vor, um die bestehende 18-Loch-Anlage zu einem „Sport- und Golf-Resort“ von internationalem Rang umzuwandeln. Dabei hat Landefeld aber auch ein attraktives Ausflugsziel für die ganze Familie im Auge.

Bereits weit fortgeschritten ist der Ausbau des Golfplatzes zu einer 27-Loch-Meisterschaftsanlage. Seit Sommer 2014 werde bereits auf sechs neuen Bahnen gespielt, an weiteren werde derzeit noch gebaut, so Landefeld. Mit der Gestaltung des Geländes wurde ein renommierter Golfplatz-Architekt beauftragt. Die Erdbewegungen, die die Neugestaltung des Golfplatzes erfordern, sind beeindruckend. „Bis zu 3000 Kubikmeter Erde wurden hier transportiert, um das Gelände zu modellieren“, sagt der 66-jährige Chef des Gutes Wissmannshof und zeigt von der höchsten Stelle des Geländes auf die 45 Hektar große Erweiterungsfläche. Der neue Teil des Areals sei gekennzeichnet durch einen Arena-Effekt, erläutert Landefeld. An jedem Loch habe der Spieler das Gefühl, er sei alleine. Durch die terrassenartig gestaltete Landschaft sehe man die anderen Golfer kaum.

Die Sportler werden auf der neuen Anlage anspruchsvolle Voraussetzungen vorfinden: Wasserhindernisse, Bunker sowie Hang- und Schräglagen. Greens und Fairways werden durch Biotopflächen ergänzt, Wald schließt das Gelände im Norden und Nordosten ab. Auch an den Teichen, die als Wasserspeicher angelegt sind, gebe es natürliche Anbindungen, sagt Landefeld. Darüber hinaus seien 170 Bäume von der alten Anlage an neuen Standorten wieder eingepflanzt worden. Das Gelände wird mit Wegen von fünf Kilometern Länge erweitert und soll ans öffentliche Wegenetz angeschlossen werden.

Als Grund für die Erweiterung der bestehenden 18-Loch-Anlage nennt Landefeld, den Wissmannshof wettbewerbsfähig zu machen. Bisher seien viele Golfplätze immer nur Bauernwiesen gewesen, doch das sei nicht mehr zeitgemäß. Landefeld wünscht sich, dass die Region künftig „als Golfregion“ aufgegriffen werde. Und damit auch Familien auf dem Gut Wissmannshof die Scheu vor dem Golfsport verlieren, plant Landefeld neben der Erweiterung des Platzes auch stattliche Investitionen – über die Summe mag er keine Angaben machen.

„Wir wollen die Elitärbarriere aufbrechen“, sagt Landefeld. Dazu beitragen werde eine Adventuregolf-Anlage mit neun Löchern. Hier soll die ganze Familie für den Golfsport begeistert werden. Mit Puttern gelte es zum Beispiel, den Ball auf den zehn bis 20 Meter langen Bahnen ins Loch zu bugsieren – mal durch das Maul eines Krokodils, mal über einen Wasserfall hinweg. Auf dieser Anlage sollen auch Bahnen weltweit bekannter Golfplätze in Miniatur nachgebildet werden. Dieser Tage haben die Bauarbeiten für die Adventuregolf-Anlage begonnen, mit Fertigstellung rechnet Landefeld im Mai.

Unter eigener Regie wird fortan die Gastronomie betrieben, deren Schwerpunkt auf „hochwertiger deutscher Küche“ liegen soll.

Bereits im Innenausbau befinden sich die drei Doppel-Rundhäuser, deren Form in Anlehnung an die früheren Silos des Gutshofes gewählt wurde. Den künftigen Gästen des Golf-Resorts biete sich hier nicht nur jeweils eine Ladestation für Elektromobile, sondern auch „ein toller Ausblick ins Fuldatal“, schwärmt Landefeld. Weiterhin ist auf dem Gelände eine Feriensiedlung mit Friesenhäusern und Stellplätze für Wohnmobile geplant. Auch einen Hotelneubau soll es künftig geben. Dazu ein modernes, langgezogenes Gebäude, in dem nicht nur künftig das Restaurant und ein Fitnessstudio, sondern auch etwa 40 Abschlagsboxen der Driving Range entstehen sollen. Der Bau des dreistöckigen Gebäudes sei die nächste Maßnahme, die in Angriff genommen werde, so Landefeld. Baubeginn soll im August sein.

„Attraktion mit Magnetfunktion“

Staufenberg. „Das Golf- und Ferienresort Gut Wissmannshof in Speele sehen wir für die Zukunft als touristische Attraktion mit einer Magnetfunktion für weitere touristische Aktivitäten“, sagt Staufenbergs Bürgermeister Bernd Grebenstein (parteilos) zu den Plänen, den bestehenden Golfplatz zu einem Sport- und Golfresort auszubauen. Dies führe unter anderem dazu, „dass wir den Landkreis Göttingen im Zuge der regionalen Raumordnung dazu aufgefordert haben, die in unmittelbar Nähe vorgesehenen Vorrangflächen für Windenergieanlagen zu entfernen. Hier sind wir gemeindeseitig auch bereit, gemeinsam nach Alternativflächen mit Ausschlusswirkung zu suchen“, so Grebenstein weiter.

Der Bau von Windenergieanlagen auf der noch im Regionalen Raumordnungsprogramm dafür vorgesehenen Sonderfläche „Stumpfe Siegen“ im Nordosten des Golfplatzgeländes „wäre eine totale Katastrophe“, sagt Investor und Golfplatz-Geschäftsführer Hubert Landefeld. „Bis mittags wäre der Schattenschlag des Windparks auf der Golfanlage“, begründet er. Damit wären internationale Turniere vom Tisch, glaubt der 66-Jährige. Der Schatten lenke die Spieler beim konzentrierten Schlagen und Putten ab. Und immerhin gehe es bei internationalen Golfturnieren um sehr hohe Preisgelder, argumentiert Landefeld.

Das Unternehmen ABO Wind AG indes hat im Rahmen der Anhörung zu den Änderungen der Bauleitplanung – nämlich dem Bebauungsplan und dem Flächennutzungsplan – insofern Stellung bezogen, als dass die geplante Errichtung von Windenergieanlagen sich auf das im aktuellen Flächennutzungsplan dargestellten Sondergebiet Windenergienutzung „Stumpfe Siegen“ und den „bereits abgeschlossenen Nutzungsverträgen mit einer Vielzahl von Grundstückseigentümern in besagtem Gebiet“ begründe. „Sofern durch entsprechende Festsetzungen die Nutzbarkeit der Windkraftfläche eingeschränkt oder verunmöglicht wird“, heißt es in der ABO-Stellungnahme weiter, „könnte das den Schluss einer Verhinderungsplanung nahe legen“.

Zurzeit wird die Bauleitplanung in den Gremien beraten. Am Dienstag, 17. März, berät der Ausschuss für Bau, Umwelt, Verkehr und Feuerwehr über die Änderung von Bau- und Flächennutzungsplan, eine endgültige Beschlussfassung soll am Donnerstag, 26. März, im Rat der Gemeinde Staufenberg fallen. be

 
Geschichte des Gutes
1830 hat Johann Justus Wissmann das Landgut erworben und dort das großzügig angelegte Gut Wissmannshof angelegt, heißt es in der Chronik. Dank der einmaligen Lage des Gutes auf der Anhöhe oberhalb von Speele und der dazugehörigen großen Gebäude wird 1990 die Idee eines Golfplatzes geboren – eröffnet wird der 87 Hektar große 18-Loch-Meisterschaftsplatz 1997. Auf dem Gut Wissmannshof hat sich ein reges Clubleben etabliert. Aktuell werden hier mehr als 40 Turniere pro Jahr ausgetragen. Hubert Landefeld übernahm das Gut Wissmannshof im Dezember 2009. Jetzt will der 66-jährige gebürtige Staufenberger die Anlage als Sport- und Golfresort an den modernen Golfsport anpassen und als Freizeitziel aufwerten. be
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