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Gutachter zum Zustand des Göttinger Hauses Hagenweg 20

„Tendenzen zur Verwahrlosung“ Gutachter zum Zustand des Göttinger Hauses Hagenweg 20

Das Haus im Hagenweg 20 bleibt weiterhin ein „erheblicher Problembereich“ in der Weststadt. Zu diesem Schluss kommt ein Bericht zum Stand der Stadterneuerung Weststadt des Stadtplanungsbüros Plan Zwei.

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Gutachter sehen im Hagenweg 20 mit seinen 160 Wohnungen ein „belastendes Einzelobjekt mit Tendenzen zur Verwahrlosung“.

Quelle: Heller

Göttingen. Die Probleme im Wohnbereich lägen im Sanierungsgebiet einerseits bei den 1930er und 1950er Jahren errichteten zweigeschossigem Wohnungsbau und andererseits in dem das Stadtgebiet „belastenden Einzelobjekt mit Tendenzen zur Verwahrlosung“ Hagenweg 20. „Durch den hohen Anteil an einkommensschwachen Haushalten kommt es in diesem Objekt und in seinem Wohnumfeld zur Häufung von Konflikten“, heißt es in der Untersuchung.

Die SPD-Idee aus dem Februar 2014, dass die Stadt Göttingen das Haus Hagenweg 20 kauft, abreißt und durch einen Neubau ersetzt, wird von den Gutachtern zwar als „wünschenswert“, aber „nicht realistisch“ gesehen. Stattdessen schlagen sie vor, durch eine „kontinuierliche Beobachtung und Kontrolle die prekäre Wohnsituation“ zu entschärfen.

Die hier „etablierten besonderen Eigentümer- und Nutzerstrukturen“ dieser „problematischen Immobilie“ seien durch die Instrumente und Mittel des Förderprogramms Soziale Stadt nicht zu beheben. In dem Haus gibt es 164 Wohnungen, in denen zum größten Teil Leistungsempfänger wohnen. Viele von ihnen drogenabhängig. 2013 war die Polizei zu rund 130 Einsätzen im Hagenweg 20 ausgerückt – Drogen, Einbruch, Diebstahl, Körperverletzungen, Sachbeschädigungen, Ruhestörungen.

Die Stadtverwaltung kündigt an, eine „Verbesserung der Gesamtsituation“ durch bau- und ordnungsrechtliche Maßnahmen weiter zu verfolgen. „Wir wollen darauf achten, dass alles getan wird, was zum Schutz der Bewohnern nötig ist, zum Beispiel in Fragen des Brandschutzes“, erläutert Verwaltungssprecher Detlef Johannson. Es gebe regelmäßige Besprechungs- und Abstimmungsrunden wegen des Gebäudes, an denen unter anderem der Fachbereich Ordnung, die Bauordnung, das Gesundheitsamt und die Feuerwehr teilnähmen.

Den letzten großen Besichtigungstermin habe es im Januar vor einem Jahr gegeben. Danach sei die Bauaufsicht zur weiteren Ermittlung und Kontrolle im Februar und April vor Ort. Es gab zwei Nachkontrollen. Alle Mängel, etwa Türschließer oder fehlende Tür im Treppenhausbereich seien daraufhin beseitigt gewesen. „Damit endete unsere Berechtigung für weitere Kontrollen in dem Privatgebäude“, sagt Johannson. Die Gutachter bescheinigen dem Haus, „in einem schlecht instand gehaltenen, unmodernisierten und teilweise unbewohnbaren Zustand zu sein.“

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