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Funkkontakt zum Wetterballon abgerissen

Göttinger Gymnasiasten haben auch beim zweiten Start Pech Funkkontakt zum Wetterballon abgerissen

Zum zweiten Mal Pech mit ihrem Wetterballon haben Göttinger Gymnasiasten gehabt. Kurz nach dem Start verloren die Schüler, die an einem Wettbewerb teilnehmen, den Kontakt zu den beiden GPS-Trackern an Bord. Technik im Wert von mehreren tausend Euro scheint verloren. Beim ersten Mal fiel das Messgerät aus.

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Die Gymnasiasten beim Start des Heißluftballons.

Quelle: Bänsch

Göttingen. „Ich verstehe das nicht“, sagt Jonathan Bollig, der das Felix-Klein-Gymnasium besucht. Er hätte die Tracker in der Styropor-Box unter dem Ballon eigens mit Panzerband gesichert. Er vermutet einen Wackelkontakt. Der Kontakt, so Bollig, reiße in einer Höhe von drei Kilometern dann ohnehin ab, weil es dort oben keinen Empfang mehr gebe.

Jonathan Bollig, Gymnasiast

„Auch nach dem Platzen des Ballons in mehr als 30 Kilometern Höhe haben die Tracker kein Signal mehr gesendet.“

„Doch auch nach dem Platzen des Ballons in mehr als 30 Kilometern Höhe haben die Tracker kein Signal mehr gesendet“, berichtet der Schüler. Die Box sei an einem Fallschirm hängend langsam zurück zur Erde geschwebt. Einem Computerprogramm folgend, das den ungefähren Landeplatz errechnet, seien sie in den Ostharz gefahren. Stundenlang hätten sie in Thale auf eine SMS der Tracker gewartet.

„Vielleicht liegt der Landeplatz in einem Funkloch“, rätselt der Gymnasiast. Aus Sicherheitsgründen habe er beim zweiten Start zwei Tracker an Bord installiert, die unterschiedliche Mobilfunknetze nutzten. Nun hoffen Bollig und die vier anderen Schüler, dass jemand die Box findet und sie benachrichtigt. Anderenfalls wäre die Messtechnik verloren. Teuer ist vor allem das Spektrometer, mit dem die Gymnasiasten die Konzentration an ultraviolettem Licht der Unterbereiche A, B und C messen wollten. Die Firma Ocean Optics hatte es ihnen geliehen.

Dass die Schüler überhaupt einen zweiten Anlauf nehmen konnten, verdanken sie Reinhard Henze. Der Finanzbuchhalter aus Elliehausen hatte vom Pech der Gymnasiasten beim ersten Start gelesen und ihnen spontan 500 Euro zur Verfügung gestellt. „So konnten wir einen neuen Ballon kaufen, die Startgenehmigung bezahlen und die Benzinkosten für die Bergung der Messbox decken“, sagt Schüler Silas Kömen.

Das Helium für das Befüllen des Ballons stellte ihnen eines der Physikalischen Institute der Universität Göttingen kostenlos zur Verfügung. Am Donnerstag, dem ersten Schultag nach den Ferien, transportierten die Zwölftklässler, die vom Unterricht befreit worden waren, die Gasflache zum Flugfeld des Modellsportvereins Condor Göttingen am Ortsrand von Elliehausen. Auch ihr Physiklehrer, Martin-Ernst Kraus, kam dazu.

USB-Kabel wird mit Heißkleber befestigt

Wolfgang Schmitt, der zweite Vorsitzende des Vereins, nahm die Schüler in Empfang. Er hat selbst ein funktionsfähiges Luftschiffmodell. Auf der überdachten Fläche vor dem Vereinsheim bereiteten die Schüler alles für den Start vor. „Beim ersten Mal sind wir zum Schluss ganz schön in Hektik geraten“, erinnert sich Schüler Lukas Teuteberg. In der Eile hätten sie eventuell Fehler gemacht.

Diesmal fixierten sie in aller Ruhe die Technik in der Styropor-Box, befestigten das USB-Kabel für den Datentransport etwa mit Heißkleber. Anstelle eines großen Akkus entschieden sie sich diesmal für zwei kleine. Für den Start passten sie einen Moment ab, indem gerade keine Regenwolken am Himmel standen. Bollig verfolgte den Zug der Wolken auf seinem Smartphone. Die Gruppe, zu der noch Emanuel von Cramon gehört, nimmt am Sattec-Wettbewerb teil, den die Physikdidaktik der Münchener Ludwig-Maximilian-Universität ausrichtet.  mic

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