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Gypsy und Klezmer gegen Neonazis in Güntersen

„Bunt statt braun“ Gypsy und Klezmer gegen Neonazis in Güntersen

Der Countdown läuft: Der  geplante Neonazi-Aufmarsch in Güntersen ist zwar abgeblasen, unter dem Motto „Bunt statt braun“ wollen der Ort und das Umland beim Frühlingsfest am Sonnabend trotzdem Flagge gegen Rechtsextremismus zeigen. Ein vielfältiges Programm auf drei Bühnen soll ein Zeichen gegen Ausgrenzung und für kulturelle Vielfalt und Zivilcourage setzen.

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Quelle: Heller

Güntersen. Das Klezmer-Projekt-Orchester aus Göttingen etwa wird unter anderem Tanzmusik der osteuropäischen Juden spielen. Das Ensemble „Zigan Tzigan“ tanzt und spielt Musik aus dem Bereich Gypsy, Czádás und Flamenco. Auf drei Bühnen gibt es den ganzen Nachmittag über Programm: in einem Festzelt, in der Kirche St. Martini und im Gasthaus Kesten. Lars Wätzold von der Göttinger Comedy-Company moderiert das Programm, das um 10 Uhr mit einem ökumenischen Gottesdienst beginnt. Um 11.30 Uhr sind dann Grußworte und Festreden vorgesehen, ehe das Bühnenprogramm beginnt.

Von 12 bis 16 Uhr wird außerdem das Deutsche Theater Göttingen mit Walking Acts an verschiedenen Orten des Festgeländes präsent sein. Auch das Göttinger Symphonie Orchester, bei dem Musiker aus 23 Nationen wirken, ist ab 13 Uhr in der Kirche mit von der Partie. Unter anderem spielt ein Holzbläsertrio Werke von Mozart und Streichquartett Werke von George Gershwin und Beethoven.

Die Neonazis hatten ihren Aufmarsch vor einem geplanten Verbot durch den Landkreis selbst abgesagt. Die Rechtsextremen hatten ursprünglich geplant, auf dem Dorffriedhof einen Kranz für den Verfasser der NSDAP-Parteihymne, Horst Wessel, auf dem Dorffriedhof niederzulegen. Dabei gibt es in dem Ort keinen Bezug zu Horst Wessel. Wohl aber stehen auf dem Friedhof ein Denkmal für die Opfer der beiden Weltkriege und ein Mahnmal für drei von den Nationalsozialisten  ermordete russische Zwangsarbeiter.

„Die Verantwortung vor unserer Dorfgeschichte, aber auch vor der Geschichte unseres Landes mit den einzigartigen Verbrechen während der nationalsozialistischen Diktatur, lässt es nicht zu, dass gerade an einem solchen Gedenkort und 70 Jahre nach der Befreiung vom deutschen Faschismus wieder Neonazis durch unsere Straßen marschieren“, heißt es auf einem Flyer, mit dem das Festkomitee die Veranstaltung ankündigt. „Wir werden es nicht zulassen, dass Neonazis unbeantwortet marschieren: weder bei uns in Güntersen noch in Adelebsen, in Göttingen oder sonst irgendwo.“ Der Rat der Gemeinde Adelebsen und der Günterser Ortsrat unterstützen das Frühlingsfest finanziell.

Das Göttinger Bündnis gegen Rechts hat seine Anhänger mobilisiert und zur Unterstützung für die Günterser aufgerufen. Die Antifaschistische Linke International hat angekündigt, auch den Adelebser Bahnhof im Auge zu behalten, um dort einen möglichen Ausweich-Aufmarsch der Neonazis zu verhindern.

Das Programm

Festzelt

  • 10 Uhr: Gottesdienst
  • 11.30 Uhr: Grußworte und Festreden
  • 15 Uhr Zigan Tzigan – Gypsy, Czárdás, Flamenco
  • 17 Uhr Merry-go-round – Rock, Pop, Ska
  • 19 Uhr: Mark Gillespie & Band – Rocksongs

St.-Martini-Kirche

  • 13 Uhr Göttinger Symphonie Orchester – Bläser- und Streichquartett, Holzbläsertrio
  • 14.30 Uhr Seven Up – A cappella
  • 16 Uhr Klezpo – Klezmer & Weltmusik-Orchester

Gasthaus Kesten

  • 16.30 Uhr Deep River – Soulful Indie Folk
  • 18 Uhr Garage Royal – Singer / Songwriter

Festgelände

  • 12 bis 16 Uhr Walkings Acts des Deutschen Theaters Göttingen
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