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HAWK-Professor: Wildbrücke bei Roringen erfüllt ihren Zweck

Kritik an menschlichen Nutzern HAWK-Professor: Wildbrücke bei Roringen erfüllt ihren Zweck

Die 2,6 Millionen Euro teure und vor zwei Jahren eröffnete Wildbrücke bei Roringen erfüllt ihren Zweck. Das hat der Biologe Wolfgang Rohe in einem Vortrag den Mitgliedern des Hegerings Mackenröder Spitze versichert.

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Wildkatzen nutzen die Grünbrücke am Roringer Berg.

Quelle: BUND/Archiv

Roringen. In einer anschließenden Diskussion zeigten sich die Jäger den Ausführungen des Professors an der Göttinger Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK) gegenüber sehr aufgeschlossen. Die Wildbrücke ist gebaut worden,  um Wildtiere wie Wildkatzen sicher über die Bundesstraße 27 zu führen. Genau das geschehe auch, so Rohe. Am häufigsten werde die Brücke von Rehwild genutzt, was auch dem Menschen zugute komme, weil dadurch die Zahl der Wildunfälle auf der Straße sinke.  Aber auch Eidechsen und sogar Fledermäuse, für die die Straße eine lärmende Barriere darstellt, die sie ohne Brücke nicht überwinden würden, nutzen das Bauwerk. Das sei besonders begrüßenswert, weil es auf diese Weise zu einem  Austausch zwischen den Fledermaus-Populationen im Plesse-Forst und im Stadtwald komme, wovon die genetische Bio-Diversität profitiere.

 
Was die Benutzung durch Wildkatzen angehe: diese sei definitiv gegeben, so Rohe. Weil Katzen jedoch so weich auftreten, dass sie keine Spuren im Sand hinterlassen, könne nur geschätzt werden, wie viele Katzen die Brücke benutzen. Rohe kritisierte in diesem Zusammenhang, dass der Zaun, der verhindern soll, dass die Tiere über die Bundesstraße laufen, immer noch nicht fertiggestellt sei: „Hätte er vollständig gestanden, wären zwei Katzen noch am Leben.“ Und noch eine heftige Kritik brachte der Wissenschaftler an. „Derjenige, der die Brücke am häufigsten benutzt, ist der Mensch“ – vor allem Mountain-Bike-Fahrer, aber auch Spaziergänger, manche sogar mit Kinderwagen. Es müsse doch möglich sein, die Bundesstraße in Roringen zu überqueren, mahnte Rohe an. Darüber hinaus regte er an, ein vernünftiges Konzept für Wanderer zu erstellen, damit diese überhaupt nicht die Notwendigkeit sähen, die Brücke als Übergang zu nutzen. hr

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