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Haarige Vergangenheit

Kolumne Haarige Vergangenheit

Nebenan brammt Kollege Wätzold schon wieder die Kolumne nass, weil ich mich über sein Haupthaar äußere. Das habe ich gern: Sich sonst jede Woche einen Göttinger nach dem anderen vornehmen, aber flennen, wenn sich der Wind mal dreht. Außerdem, liebes Tony-Marshall-Double, das in Göttingen den Wätzold mimt: Frisur ist im Zusammenhang mit Dir ein großes Wort ...

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Christoph Oppermann

Quelle: Hinzmann

Dabei gibt es wirklich bedeutenderes. Zum Beispiel „Reichsbürgern“ versuchsweise den Weg in die Realität zu weisen. Das ist zwar mutmaßlich völlig aussichtslos, aber man soll die Hoffnung nicht aufgeben. Liebe Realitätsverweigerer: Man kann nicht einen Weltkrieg anzetteln, einen unbeschreiblichen Völkermord begehen und Jahrzehnte später mit juristischen Lochmustern argumentieren. Das ist als intellektuelle Leistung mal knapp neben der Furche gepflügt.

Wer ernsthaft glaubt, man könne halb Europa in Schutt und Asche legen und sich hinterher darauf zurückziehen, dass lediglich die Wehrmacht kapituliert habe, nicht aber eine ganze Reichsregierung, bewegt sich zumindest haarscharf an der Grenze zur völligen Geschäftsunfähigkeit. Abgesehen davon sollte jeder dankbar sein, dass dieses Land nach dem hoffentlich letzten Weltkrieg von bedeutend besseren und klügeren Menschen besetzt war als denen, die vorher an der Regierung waren.

Das erspart uns bis heute bekloppte braune Uniformen, dumpfen Gleichschritt und eine nicht-tragbare Bart- und Frisurenmode. Als Alternative dazu ertrage ich mit allergrößter Freude das geplatzte Sofakissen, das sich unser Kolumnisten-Kumpel Wätzold täglich auf den Kopf setzt.

 Ihr Christoph Oppermann
Den Autor erreichen Sie unter t.oppermann@goettinger-tageblatt.de, Twitter: @tooppermann.

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