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Haas über Häuser in Hann. Münden: „Da ist kein Haus baufällig“

Trauermarsch geplant Haas über Häuser in Hann. Münden: „Da ist kein Haus baufällig“

Weil sieben seit Jahren leerstehende Fachwerkhäuser in Hann. Münden aus Sicht der Bürgerinitiative „Die Denkmalaktivisten“ Schrottimmobilien sind, ist am Sonnabend ein Trauermarsch geplant. Karl-Herbert Haas, Senior der Besitzer-Familie, hingegen versichert: „Da ist kein Haus baufällig.“

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Binden Trauerkränze (v.l.): Christa Müller, René Wallburg, Doris Winkelmann, Pia Dehnhardt, Patricia Kenar, Reinhard Müller und Sarah Bauer.

Quelle: CH

Hann. Münden. „Wir wollen die Situation nicht mehr hinnehmen“, sagt Patricia Kenar von der Bürgerinitiative und spricht vom Zustand der Haas-Häuser. Die Eigentümerfamilie lasse die „wertvollen Baudenkmäler“ in der Innenstadt seit Jahren leerstehen. Inzwischen drohten die Gebäude zu verfallen. Vor allem mit Blick auf den Tourismus in der Stadt, würden die Häuser in der Langen Straße, in der Burgstraße und der Ziegelstraße „ein negatives Bild“ abgeben. Das Fachwerk in der Altstadt sei Mündens Kapital, das es zu erhalten gelte, betonen die Denkmalaktivisten.

 
Warum die Bad Orber Familie die Häuser seit mehr als zehn Jahren leer stehen lasse, ist den Denkmalaktivisten ein Rätsel. Immerhin beliefen sich die Kosten pro Haus für Grundsteuer und Versicherung auf rund 10 000 Euro pro Jahr, rechnet Aktivistin Lore Puntigam hoch. Versuche, die Familie zu einem Verkauf der Häuser zu bewegen, scheiterten bisher. Erst kürzlich teilte Mündens Bürgermeister Harald Wegener mit, dass das Angebot der Stadt in Höhe von 500 000 Euro für die sieben Immobilien von der Familie abgelehnt worden sei. Deren Preisvorstellung belaufe sich laut Wegener auf 1,5 Millionen Euro. Das ist die Summe, die Karl-Herbert Haas Mitte der 80er-Jahre bezahlte. Da Haas die Darlehen bei der örtlichen Bank nicht mehr bedienen konnte, kam es 2005 zur Zwangsversteigerung. Den Zuschlag für 380 000 Euro erhielt die Kokon Verwaltungs- und Grundstücks GmbH & Co. KG. Deren Gesellschafter ist Haas-Sohn Eppo, Prokuristin seine Frau, schreibt die örtliche Zeitung in Bad Orb, die ihre Leser über die Situation in Hann. Münden und den geplanten Trauermarsch informiert. Immerhin ist der Name Haas in Bad Orb bekannt. Karl-Herbert Haas habe gar vor Jahren als Bürgermeister kandidiert, heißt es.

 
Im Gespräch mit dem Tageblatt betonte der Senior der Familie zunächst zwar, dass er gar nichts mehr mit den Häusern zu tun habe, sprach dann aber doch über die Situation. Dass die Häuser baufällig seien, sei „dummes Zeug“. „Dann wären sie abgestützt.“ Gut, gerade sei ein Schreiben der Stadt eingegangen, wo man auf einen Riss im Kamin hingewiesen werde, so Haas und sagt: „Das wird gemacht.“ Überhaupt seien damals die baufälligen Häuser hergerichtet worden. Dann spricht Karl-Herbert Haas von „veralteten Bädern und dem Strom“ und dass man da heute keine Mieter mehr finde.

 
Auf die Frage nach seinen Plänen mit den Immobilien sagt Haas: „Wenn wir nicht vorhätten, die Häuser in Ordnung zu bringen, dann würden wir sie verkaufen.“ Aber es könne sie niemand zwingen, die Häuser „für billiges Geld“ herzugeben. Haas sagte außerdem, die Familie wolle „sparen, bis wir genug Geld haben, um sie herzurichten“. Eigentumswohnungen solle es geben, die dann verkauft werden sollen, sagt er.

 
Start für den Trauerzug am 18. Juli ist um 11 Uhr am Szeneplatz. Von dort geht es zu den sieben Haas-Immoilien, wo an die Geschichte des jeweiligen Hauses erinnert und ein Kranz abgelegt wird.

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Von Redakteur Britta Eichner-Ramm

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