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Haben Fahrgäste Anspruch auf Anschlussbus der GöVB in Göttingen?

Sehbehinderter verärgert Haben Fahrgäste Anspruch auf Anschlussbus der GöVB in Göttingen?

Wann und in welcher Form haben Fahrgäste in Göttinger Stadtbussen Anspruch auf einen gesicherten Anschlussbus, wenn sie umsteigen müssen. Und wie weit sollte die Hilfe der Busfahrer gehen, wenn ein Gast hilflos ist. Die Frage ist umstritten – zumindest zwischen Fahrgast Bernd Strecker und den Göttinger Verkehrsbetrieben (GöVB).

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Wann und in welcher Form haben Fahrgäste in Göttinger Stadtbussen Anspruch auf einen gesicherten Anschlussbus, wenn sie umsteigen müssen?

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Strecker ist sehbehindert. Das erschwert ihm die Suche nach dem nächsten Bus, wenn er umsteigen muss und der Anschlusswagen nicht zur gewohnten Zeit am üblichen Haltepunkt ankommt.

Vor ein paar Tagen „war es wieder soweit“, beklagt sich Strecker in einem Brief an das Tageblatt. Sein Bus aus Rosdorf hatte Verspätung. Damit er in der Innenstadt seinen Anschluss Richtung Weende dennoch erreicht, habe er den Busfahrer gebeten, seinen Kollegen im erhofften Bus per Funk zu informieren.

Er sollte ein paar Minuten warten. Das ging schief – nicht zum ersten Mal, sagt Strecker. „Also stand ich bei Schneeregen und Sturm an der Bushaltestelle und wartete.“ Unterstellen „konnte ich mich auch nicht“, fügt er an. Zu groß sei die Gefahr, dann als Sehbehinderter den nächsten Bus zu verpassen. Strecker wirft den Planern des neuen Göttinger Busliniennetzes vor, die Interessen der Kunden nicht ausreichend berücksichtigt zu haben.

Kritik am Liniennetz

GöVB-Sprecherin Stephanie Gallinat-Mecke versteht seine Verärgerung über verpasste Anschlüsse, die Kritik am Liniennetz hingegen nicht. Das Liniennetz sei auch mit Interessenverbänden wie dem Behindertenbeirat abgestimmt. Takt- und Umsteigezeiten funktionierten gut, so lange der Verkehr störungsfrei laufe.

Verpasse ein Fahrgast seinen Anschluss müsse er nur fünf bis zehn Minuten warten. Strecker aber sei in der Schwachlastzeit an einem Wochenende unterwegs gewesen – mit halbstündigem Takt. Natürlich seien die Busfahrer angewiesen, Hilfsbedürftigen zu helfen. Sie könnten bei Verspätung auch einen Kollegen im Anschlussbus bitten, kurz zu warten, so Gallinat-Mecke – „aber mit Fingerspitzengefühl“.

Das aber sei auch nur möglich, wenn die Wartezeit kurz ist und der Fahrplan des anderen Busses dadurch nicht zu sehr aus dem Takt komme.  Nicht möglich sei es hingegen, durch solche Anfragen das Liniennetz auszuhebeln und sich gewünschte Umsteigezeiten „zu basteln“.

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