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Hähnchenmastanlage Thema im Hardegser Ortsrat

Gegenwind für Hähnchen Hähnchenmastanlage Thema im Hardegser Ortsrat

Einen Hähnchenmaststall im Gewerbegebiet, das wollen viele Hevenser nicht. Auf Antrag des SPD-Ortsvereins Hardegsen, Abteilung Hevensen, war das Projekt Thema im Ortsrat.

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Quelle: Gebert/dpa

Hevensen. Zum Bersten voll wurde es im Feuerwehrhaus mit rund 50 Bürgern sowie Kreistagsabgeordneten und Jens Hampe (Grüne) als Vertreter des Northeimer Landrats. Der Antrag auf Baugenehmigung liege noch nicht vor, stellte Hardegsens Bürgermeister Michael Kaiser (parteilos) klar. Den will Arne Mennerich nun stellen. Für 29 950 Hähnchen plant der Hevenser. Gerechnet hatten die meisten mit knapp 84 000 Tieren.

Gudrun Hühne-Osterloh von der Bürgerinitiative (BI) gegen die Hähnchenmastanlage befürchtet große Belastungen für die Bürger nicht nur durch den üblen Geruch, den eine solche Anlage mit sich bringe. Mehr Gewicht legte sie auf die Keimbelastung und die bei Massentierhaltung unvermeidliche Behandlung mit Antibiotika. Über den Kot gelangten sie ins Trinkwasser und beförderten die Entwicklung von resistenten Keimen.

Mit Daten aus dem vergangenen Jahr zweifelte BI-Mitglied Brigitte Halbauer die genannte Hauptwindrichtung Süd-West an. Von ihrer Messstation in Hevensen habe die Wetterstation Göttingen auch vier Monate Nord- und vier Monate Westwind ermittelt. Das betreffe Neubaugebiet und Brinkfeldstraße. Das repräsentative Jahr sei 2009, setzte Mennerich dagegen. Trotz Gegenwehr gibt er sein Projekt nicht auf. Der Landwirt in der dritten Generation ist junger Vater. Mit dem Stall will er dem Nachwuchs ermöglichen, später in seine Fußstapfen zu treten. Für den Mut, sich den aufgebrachten Menschen zu stellen, erhielt er Anerkennung vom stellvertretenden Landrat Hampe.

„Wie geht es hinterher weiter“, wollte Ilona Fesser wissen. Mit der Biogasanlage, Masterrind und dazu dem Hähnchenmaststall siedele sich kein üblicher Gewerbebetrieb in dem Gebiet bei Hevensen an. Die Biogasanlage habe die Adresse geprägt, sagte Bürgermeister Kaiser. Mit der Höchstspannungsleitung und dem Windpark sei das zu viel für eine Ortschaft, war das nächste Argument der Zuhörer gegen den Maststall. „An diesem Standort wird kein weiterer Stall gebaut“, erklärte Mennerich auf Nachfrage von Torsten Henne von der Hevenser SPD. Ganz räumte er damit den Argwohn der Zuhörer nicht aus, dass er doch noch auf fast 84 000 Hähnchen kommen wolle.

Verständnis für die Sorgen der Bürger zeigte Bürgermeister Kaiser. Doch er machte auch deutlich: „Die Entscheidung trifft der Landkreis Northeim.“ Stelle sich die Stadt Hardegsen nach dem Gesetz zu Unrecht dagegen, müsse der Landkreis darüber hinweggehen.

Von Ute Lawrenz

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