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Händler auf dem Göttinger Weihnachtsmarkt

Die Weitgereiste Händler auf dem Göttinger Weihnachtsmarkt

Essen, Schmuck, Glühwein, Bürsten, Kunsthandwerk: In 80 Buden preisen auf dem Göttinger Weihnachtsmarkt dieses Jahr Händler ihre Waren an. Das Tageblatt stellt in loser Folge einige der Verkäufer vor. Heute: Natascha Serke, die ihre Modeartikel am liebsten selbst produziert.

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Allerlei Selbstgefertigtes bietet Natascha Serke an ihrem Stand an.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Es ist nicht allzu kalt, aber nass. Es nieselt, für den frühen Abend gibt es eine Gewitterwarnung. Nicht das beste Wetter, um den ganzen Tag draußen auf dem Markt zu verbringen.

Natascha Serke stört das aber wenig. „Das schlimme ist der Wind, dann wird es kalt. Sonst geht es.“ Dick verpackt mit Schal und Mütze sitzt sie zwischen Röcken, Schals, Tüchern und Schmuck in ihrer kleinen Bude und hält sich mit heißen Getränken und einem kleinen Ofen warm. „Das reicht“, findet die 51-Jährige.

Serke ist weit herumgekommen, bevor sie auf dem Göttinger Weihnachtsmarkt gelandet ist und in ihrem Stand Mode und Accessoires verkauft. Geboren in Frankfurt und aufgewachsen in Hamburg, wurde ihr die Hansestadt mit 18 Jahren zu eng. „Ich hatte dieses Feuer in mir, musste irgendwie weg.“ Also packte die damals junge Erwachsene ihre Koffer und kehrte Deutschland vorerst den Rücken. Es ging zunächst nach Indien.

„Zum Meditieren und Arbeiten“, wie Serke sagt. Mit 21 Jahren reiste sie dann zurück und besuchte eine Hamburger Modeschule, um das Schneidern zu erlernen, danach ging es erneut auf Reisen. Indien, Thailand, Japan – die Jung-Schneiderin schnappte überall handwerkliche Techniken auf und schloss Freundschaften fürs Leben.

„Ich weiß hier von allen Artikeln, wo sie herkommen“

Zurück nach Deutschland brachte sie ihr mittlerweile neunjähriger Sohn. „Mit Kind ist das Verreisen nicht ganz so einfach“, erklärt sie. Ihre Verbindungen ins Ausland pflegt sie aber nach wie vor. Mit Bekannten von ihren Reisen betreibt sie Schneiderwerkstätten in Indien und Thailand, woher sie auch einen Teil ihrer Ware hat. „Am liebsten produziere ich selbst“, sagt Serke.

Sie, die Weitgereiste, mag die Menschen in Göttingen, findet sie „unheimlich nett“. Die Stadt sei ein bisschen wie ein Dorf, fast wie im Märchen. „Gerade auf dem Weihnachtsmarkt kann man die Energie einer Stadt am besten kennenlernen“, findet Serke.

Fast beiläufig wechselt ein rot gemusterter Rock den Besitzer. Dass sie den Rock ursprünglich aus Frankreich hatte, wusste Serke sofort. „Ich weiß hier von allen Artikeln, wo sie herkommen, habe bei jedem Stückchen Leute im Kopf, die damit verbunden sind.“

Von Benni Köster

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