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„Welle“ von Netzhautablösungen

Häufung von Fällen / Expertentipps „Welle“ von Netzhautablösungen

Netzhautablösungen sind  bedrohliche Augenkrankheiten. In der Augenklinik der Universitätsmedizin (UMG) werden jährlich mehr als 400 Patienten mit diesem Krankheitsbild behandelt. In den vergangenen Tagen allerdings hat es eine „extreme „Welle“ gegeben. Das sagt der Direktor der Klinik, Hans Hoerauf.

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Quelle: dpa

Göttingen. „Wir haben an diesen Tagen täglich fünf bis sechs Patienten aus der gesamten Region mit einer Netzhautablösung behandelt“, sagt der Professor. Das sei schon sehr ungewöhnlich. Einen Grund oder eine Ursache für die einige Tage andauernde Häufung kann er nicht erkennen. Allerdings rät der Mediziner dazu, sich bei entsprechenden Symptomen sofort beim Augenarzt untersuchen zu lassen. Liege eine Ablösung der Netzhaut (Retina) vor, sei eine zeitnahe Behandlung unbedingt ratsam. Bei den Patienten erfolgt dann ein operativer Eingriff, bei dem die Netzhaut wieder angelegt wird. 

Woran erkennt der Patient eine Netzhautablösung? Als klassische Symptome nennt Hoerauf „Lichtblitze und ein Art Rußregen“, die die Patienten sehen – und das häufig schon, wenn sich der Glaskörper nur abhebt oder ein Loch in der Netzhaut auftritt. Löst sie sich ab, komme laut Hoerauf ein „undurchsichtiger Vorhang“ hinzu, der voranschreitet.

Besonders häufig sind Menschen im Alter von 50 bis 70 Jahren betroffen. Starke Kurzsichtigkeit, eine Prellung des Auges  und eine Vorerkrankung am Grauen Star seien Risikofaktoren. „Je höher die Kurzsichtigkeit, desto höher das Risiko“, sagt der Facharzt.

Direktor der Augenklinik der Universitätsmedizin, Hans Hoerauf.

Direktor der Augenklinik der Universitätsmedizin, Hans Hoerauf.

Quelle: r

Entscheidend für den Erfolg einer Behandlung der abgelösten Netzhaut sei, ob die Makula betroffen ist. Wenn nicht, habe der Patient gute Chancen, das nach einer Behandlung keine oder kaum Beeinträchtigungen bleiben. Die Makula ist die Stelle des schärfsten Sehens im zentralen Auge.

Eine Ursache für die Erkrankung ist, dass sich mit zunehmenden Alter der Glaskörper des Auges abhebt. Das sei eine normale Alterserscheinung. Dabei kann es aber passieren, dass der Glaskörper an der Netzhaut zieht – sie kann dann reißen. Kleine Löcher in der Netzhaut können in der Regel komplikationslos mit einem Laser behandelt werden. Eine durch die Glaskörperabhebung bedingte Ablösung der Netzhaut aber  ist die häufigste Form der so genanten Ablatio retinae. Die Ablösung der Netzhaut muss dann immer operativ behandelt werden. 

Wie Hoerauf erklärt, gibt es unterschiedliche Behandlungs-Verfahren. Die Netzhaut kann von einem Augenchirurgen von außen mit einer Plombe oder von innen mit einer so genanten Vitrektomie operativ behandelt werden.

Ablatio retinae: Mehr als 400 Patienten jährlich

Die Augenklinik der Universitätsmedizin Göttingen hat im ersten Halbjahr 2016 bereits 213 Patienten mit einer Netzhautablösung behandelt. Im Vorjahr waren es 427. Die Zahl der Patienten mit entsprechendem Krankheitsbild lag vor zeh Jahren, also 2006, noch bei 318 im gesamten Jahr. Seit 2011 sind es Jahr für Jahr mehr als 400  Patienten.

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