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„Halb Hardegsen ist ohne Wasser“

Hauptleitung geplatzt „Halb Hardegsen ist ohne Wasser“

Donnerstagmorgen, 23. September, ging plötzlich nichts mehr: Bei rund 1500 Bürgern der Stadt kam kein Wasser aus der Leitung. „Halb Hardegsen ist ohne Wasser“, lautete die erste Meldung der Behörden. Grund: In der Nacht war die Hauptwasserleitung an der Straße Zum Schöttelbach bei den Tennisplätzen geplatzt.

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Krisengespräch: Klaus Riehn (hinten links) von den Stadtwerken mit Mitarbeitern der Baufirmen.

Quelle: ENZ

„Um 2.30 Uhr hat es geknallt“, erklärt der Betriebsleiter der Stadtwerke, Dirk Schrader – natürlich nur im übertragenen Sinne. Um diese Zeit sei über Handy die Alarmmeldung aufgelaufen: Der Wasserspiegel im Hochbehälter ist dramatisch gesunken. Um 2.36 Uhr ist Klaus Riehn von den Stadtwerken und Ortsbrandmeister der Stadt Hardegsen vor Ort, eine halbe Stunde später die gesamte Belegschaft. Anderthalb Stunden später ist auch die Baufirma aus Dassel an der Arbeit. Die Feuerwehr wird um 5.20 Uhr alarmiert. Mit drei Fahrzeugen ist sie unterwegs, um die Bevölkerung über Lautsprecher zu informieren und mit Wasser zu versorgen. Verstärkung schicken die Feuerwehren aus Lutterhausen und vom Landkreis Northeim. Zur Überwachung der Maßnahmen ist Regina Pabst, Leiterin vom Fachdienst Gesundheit des Landkreises Northeim, mit zwei Mitarbeitern gekommen.

„Materialermüdung“ nennt Dirk Schrader als Ursache für die Katastrophe. Die Wasserleitung sei etwa 40 Jahre alt. Vor rund 15 Jahren sei so etwas schon einmal passiert. „Plötzlich war da ein Loch in der Straße.“ Diesmal ist der Gehweg eingebrochen. „Es kommen jetzt immer mehr Anrufe“, sagt Riehn. Doch der Schaden ist noch nicht geortet, die Straße muss weiter aufgerissen werden. Bei der Feuerwehr geht der nächste Alarm ein: Scheunenbrand in Großenrode. Die Einsatzkräfte werden abgezogen. Riehn beschließt, eine Stunde abzuwarten. Dann will er Hilfe aus Uslar holen, um die Bürger in den betroffenen Hochzonen der Stadt mit dem nötigen Trinkwasser zu versorgen.

Zum Kaffee kochen reicht das Wasser bei Hanna Merten aus der Alten-Uslarer-Straße gerade noch aus. Auch zum Waschen habe sie, wenn auch nur tröpfchenweise, genug Wasser im Waschbecken zusammenbekommen. Problematischer ist dann schon, dass die Straße, die ins Neubaugebiet führt, gesperrt ist. Dort wollte sie eigentlich ihre Tochter abholen. Dass die Stadt einen nahen Feldweg freigegeben hatte, wusste sie zu dem Zeitpunkt noch nicht.

„Ich habe Wasser bekommen“, erzählt eine Frau aus der Nachbarschaft. Als am Morgen keines aus der Leitung kam, habe sie bei der Polizei angerufen. 20 Minuten später habe die Feuerwehr bei ihr vor der Tür gestanden und Topf und Eimer mit Wasser gefüllt. „Waschen und Duschen geht natürlich nicht.“ Doch irgendwie werde sie klarkommen, sagt sie. Eine andere Frau begibt sich derweil zum Wasserholen. Die Feuerwehr hat eine Zapfstelle eingerichtet. Auch auf dem Burghof sollen die Bürger ihr Wasser zapfen können.

Gegen 12 Uhr trifft ein Löschfahrzeug aus Volpriehausen ein. Mit Carsten Schroller von der Feuerwehr Hardegsen übernehmen die Kollegen den „Getränkefahrdienst“. Dennis Riehn kommt vom Einsatz in Großenrode zurück. Noch ist das Feuer dort nicht gelöscht. Auch in Hardegsen geht die Arbeit weiter. Ein zweiter Bagger wird angefordert, um die Straße weiter aufzureißen. Klar ist nun: Die Leitung ist auf einer Länge von vier Metern gerissen. Gegen 18 Uhr ist schließlich der Schaden behoben. Die Hardegser bekommen wieder Wasser – aus dem Hahn.

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