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Hann. Mündener Expo-Projekt marode

Wasserspuren vor dem Aus? Hann. Mündener Expo-Projekt marode

Als Hann. Mündener Beitrag zur Weltausstellung Expo in Hannover waren die „Wasserspuren“ in der Innenstadt im Jahr 2000 hochgelobt und eröffnet worden. Die Wasserinstallationen als aufwendige Kunstwerke kamen im Expo-Sommer 2000 bei Bürgern und Besuchern der Drei-Flüsse-Stadt gut an. Heute stehen die Wasserspiele vor dem Aus.

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Quelle: BB

Hann. Münden. Die Technik ist komplett ausgefallen und lässt sich nicht mehr reparieren. Für eine Sanierung wären aufwendige Tiefbauarbeiten erforderlich, deren Kosten die Verwaltung auf rund 200 000 Euro schätzt.

Bürgermeister Harald Wegener (BFMü) nennt weitere Gründe, die für einen möglichen Rückbau des Wasserteppichs zwischen St.-Blasius-Kirche und historischem Rathaus sprechen. „Der Wasserteppich veralgt aufgrund des niedrigen Wasserstandes regelmäßig“, sagt er. Das sei ein großes Problem, denn im Wasser spielende Kinder könnten ausrutschen und sich verletzen.

Auf die Stadt kämen dann möglicherweise Regressansprüche zu. Auch sieht der Bürgermeister ein hohes gesundheitliches Risiko, weil die Wasserfläche nicht nur von Kindern sondern auch von Tauben als Badeplatz genutzt werde. In puncto Hygiene sei das sehr zweifelhaft und in der bestehenden Form nicht mehr tragbar.

Vorschlag: über einen Rückbau nachdenken

Um die Klanginstallation wie vom Künstler gefordert wieder zum Laufen zu bringen, so Wegener im Tageblatt-Gespräch, „kostet das richtig Geld“. Wegener ergänzt, dass ähnliche Installationen in anderen Städten auch nicht funktionieren würden. Mit Blick auf die Haushaltskonsolidierung könne man den Bürgern das nicht vermitteln. Der Bürgermeister schlägt vor, an das Expo-Projekt mittels einer Bronzetafel zu erinnern. Im Übrigen nehme die Wasserfläche viel Platz weg, der für Veranstaltungen nicht zur Verfügung stehe.

Sämtliche Argumente führte Wegener auch am Montag in der Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses der Stadt ins Feld. Sein Vorschlag: über Nichtbetreiben der Wasserpuren in diesem Jahr und auch über einen Rückbau nachdenken.
Das Gremium war sich einig, dass im Rahmen einer Arbeitsgruppe aus Politik, Kommunalen Diensten und Verwaltung  überlegt werden soll, wie es mit den Wasserspuren weitergehen soll.

Ein Brunnen ohne Töne wäre ja okay, aber ohne Wasser wäre schlecht“, kommentierte Ulrich Reichel (CDU). Lena Kürschner (Grüne) plädierte dafür, zunächst einmal zu klären, welche Teile der Wasserspuren noch funktionieren, und Dirk Wedekind (SPD) brachte es auf den Punkt: „Was kann man machen mit weniger Geld?“

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