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Hans-Otto Arnold kritisiert „Möbus-Denkmal“ in offenem Brief

„Politik kuscht vor großem Geld“ Hans-Otto Arnold kritisiert „Möbus-Denkmal“ in offenem Brief

Der Sockel kommt, doch nicht jeder Göttinger ist von dem Denkmal vor dem Bahnhof begeistert. Strikter Gegner des tonnenschweren Kunstwerkes ist seit Beginn der Diskussion Hans-Otto Arnold. Der Weender, CDU-Ratsmitglied und Porzellanmalermeister, hat jetzt in einem offenen Brief erneut das „Möbus-Denkmal“ kritisiert.

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Hans-Otto Arnold will der Göttinger Sieben weiter am Reitstalltor gedenken.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Zunächst einmal, so wendet sich Arnold auch an die Denkmal-Stifter, seien sie ja „mit der löblichen Idee angetreten, der Stadt Göttingen ein Denkmal zur Erinnerung an die Göttinger Sieben zu schenken“.

Nachdem die Pläne für den Granitsockel allerdings vorgestellt waren, hagelte es laut Arnold „eine Lawine von Kontra-Post, die vielleicht nicht ganz spurlos an Ihnen vorüber geflutet ist“. Damit sei doch wohl klar geworden, dass es mit einer allgemeinen Akzeptanz nichts werde.

Die Denkmal-Schenkung wurde mit einer knappen Mehrheit vom Rat der Stadt angenommen. Arnold dazu: „Politik kuscht vor großem Geld.“  Hier sei seiner Meinung nach der Name Hans Georg Näder ausschlaggebend für die Entscheidung gewesen. Man wollte, so Arnold, die Firma Ottobock nicht vor den Kopf stoßen.

Arnold kritisiert auch die Gestaltung des Denkmals an sich und vor allem die Nennung der Künstlerin Sabine Möbus neben den Namen der Göttinger Sieben, den berühmten Professoren. Arnold: „Sie errichten ein Denkmal für die Macht des Geldes und für unbelehrbare Hybris, in diesem Fall vor allem der Künstlerin.“  Zwar seien die  meisten Herrscherdenkmäler als Zeichen der Macht und Überheblichkeit gesetzt worden, aber dass er so etwas noch im 21. Jahrhundert erleben müsse, dafür „werden künftige Generationen dankbar sein“, spottet Arnold.

Dann würden aber vermutlich alle Diskussionen darüber verstummt sein, was man an anderer Stelle für eine halbe Million Vernünftigeres hätte bewirken können.

Arnold hält zudem einen Gegenvorschlag bereit. Seiner Vorstellung nach könne man der Göttinger Sieben auf dem alten  Reitstalltor auf dem Universitätsparkplatz gedenken. Dort sei nicht nur ein adäquater Platz für eine Erinnerung an die Protestaktion der sieben Professoren im Jahr 183,7 sondern auch Raum für Solidarität mit Menschen, die sich heute für Recht und Demokratie einsetzen.

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