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Hardegsens Bürgermeister Dieter Sjuts macht Platz für Nachfolger

„Ich gehe ungern“ Hardegsens Bürgermeister Dieter Sjuts macht Platz für Nachfolger

„Ich liebe Sitzungen“, sagt Hardegsens Bürgermeister Dieter Sjuts (parteilos). Er schätze die Auseinandersetzungen und Lösungsansätze, die dabei gefunden würden. Zuhörern erkläre er gern die Sachverhalte. Nach 1738 Sitzungen in 24 Jahren an der Spitze der Stadt wird der 68-jährige Mann aus dem Norden nun darauf verzichten müssen.

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Würde gerne weiter „mit am Rad drehen“: Am 31. Oktober hat Hardegsens Bürgermeister Dieter Sjuts seinen letzten Arbeitstag.

Quelle: Vetter

Hardegsen. Am Freitag, 31. Oktober, ist sein letzter Arbeitstag. Dann übergibt er die Amtsgeschäfte an seinen Nachfolger Michael Kaiser. Sjuts möchte einen klaren Strich ziehen.

Sechs Jahre war Sjuts Stadtdirektor, am 1. November 1996 wurde er zum Bürgermeister der Stadt Hardegsen mit allen Ortsteilen gewählt. 24 Jahre lang steht er nun an der Spitze. Durch den Zuzug vieler Menschen und gesamtgesellschaftliche Veränderungen habe sich das Leben in Hardegsen verändert. Das Obrigkeitsdenken sei verschwunden.

Gern würde Sjuts noch „mit am Rad drehen“. Er würde  Windenergie so ansiedeln, dass sie für die Mehrheit der Bevölkerung akzeptabel ist, lautet eine seiner Visionen. Eine weitere ist die Altstadtsanierung. Für die Menschen, die in der Innenstadt leben, würde er langfristig nicht allein zeitgemäßen Wohnraum  anstreben, sondern auch durch Gemeinschaftsangebote den Sozialbereich verbessern.

Das sei ein langer Weg, räumt Sjuts ein. Frühestens in vier bis fünf Jahren könne man sichtbare Ergebnisse erwarten. Ergebnisse aber seien wichtig, um die Menschen mitzunehmen.

„Ich gehe ungern, weil ich mich noch aktiv fühle“

„Natürlich haben wir uns verschuldet“, sagt der ehemalige Kämmerer aus Schortens. Von dort kam er nach Hardegsen. Von 3,7 Millionen Euro bei seinem Start in Hardegsen 1990 seien die Schulden fast auf das Doppelte (6,8 Millionen Euro) gestiegen. In Relation zu den geschaffenen Leistungen hält Sjuts, der sich als Realist bezeichnet, das Ausmaß für vertretbar.

Als gutes Zeichen für die Entwicklung wertet er die gestiegene Einwohnerzahl. Von 7850 Hardegsern im Jahr 1990 sei die Zahl bis jetzt auf mehr als 8000 Einwohner gestiegen.

„Ich gehe ungern, weil ich mich noch aktiv fühle“, sagt Sjuts. Die Arbeit sei ihm nie eine Last gewesen. Immer habe er Freude dabei empfunden. Immer sei es ihm darum gegangen, mit Rat, Bürgern und Mitarbeitern einen guten Weg zu finden. Für seine Zukunft im Ruhestand hat der scheidende Bürgermeister keine Pläne.

„Ich lasse alles in Ruhe auf mich zukommen.“ Viele kleine Dinge will er unternehmen. Laufen, Fahrrad fahren, die Gegend erkunden. „Ich suche nicht nach irgendwelchen Beschäftigungen“, betont er. Er will lieber seine vier Enkel in Kassel und in Karlsruhe öfter sehen. Und er möchte sich mit seiner Frau nun Zeit für die schönen Dinge des Lebens nehmen.

Von Ute Lawrenz

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