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Hardegser Rat verabschiedet Resolution gegen Hähnchenmastanlage

Arbeitsplätze statt Massenstall Hardegser Rat verabschiedet Resolution gegen Hähnchenmastanlage

Hähnchen aus Massenproduktion, das wollen die Hardegser nicht. Mit einer Mehrheit von zwölf Stimmen - bei fünf Enthaltungen und zwei Gegenstimmen - verabschiedete der Rat die Resolution, die die Gruppe aus SPD, Grünen und Hardegsen 21 gegen die Hähnchenmastanlage im Gewerbegebiet bei Hevensen eingebracht hatte.

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Blick von der Biogasanlage nach Hardegsen: Auf der Grünfläche sollte die Mastanlage gebaut werden.

Quelle: Hinzmann

Hardegsen. Die mögliche Belastung mit multiresistenten Keimen, die mit solchen Anlagen in Verbindung gebracht werden, sei eine „tickende Zeitbombe“, sagte Ratsherr Rainer Lutter (Hardegsen 21). Nach intensiver Diskussion im Rat beantragte er, Fragen der mehr als 30 Zuhörer zuzulassen.

In Mastanlagen wie der geplanten sei pro Mastdurchgang mit dem Verlust von zwei Prozent der Tiere zu rechnen, sagte Susanne Angerstein aus Moringen. Die Hähnchenmastanlage dort habe mit 39900 Tieren begonnen und sei dann auf 83900 Tiere aufgestockt worden. Das befürchten viele auch für das Hevenser Projekt, das für 29950 Hähnchen geplant ist. „Wir können keine Wäsche nach draußen hängen“, beklagte Angerstein.

Auch das Lüften sei wegen des Gestanks zum Problem geworden. Aus Sorge, dass künftig auch der Mist aus Hevensen in Moringen verarbeitet werde, war sie nach Hardegsen gekommen. Im Gespräch sei hingegen, dass der Hauptteil des Mists in die Biogasanlage Rosdorf gebracht werde, erklärte Investor Arne Mennerich. 

„Wir sind betroffen“, sagte Brigitte Halbauer von der Bürgerinitiative gegen die Mastanlage. Auch in einer Entfernung von 1000 Metern seien noch Keime nachweisbar, das habe eine Untersuchung gezeigt. Damit seien Kindergarten, der Biobauer im Dorf und der Radwanderweg gefährdet. Die Tierzüchterlunge sei als Berufskrankheit anerkannt. Wie schon im Hevenser Ortsrat stellte Halbauer die von Mennerich genannte Hauptwindrichtung Süd-West in Frage.

„Wir haben schon die Belastung durch die Biogasanlage und durch Masterrind. Wir erwarten, dass Sie uns so gut wie möglich schützen“, sagte sie zu den Ratsmitgliedern. „Schließen Sie die Möglichkeit nicht aus, dass sich weitere Betriebe im Gewerbepark ansiedeln“, appellierte Feodor Hagendorf an den Rat. „Wir brauchen Gewerbeansiedlung mit Arbeitsplätzen.“ Für einen anderen Standort plädierte Gerhard Engelhardt (FWG).

Stimmungsmache warf Ratsherr Thomas Spangenberg (FDP) der Bürgerinitiative gegen die Hähnchenmastanlage vor. Mennerich erfülle alle erforderlichen Auflagen für den Bauantrag und halte sich an geltendes Recht. Deshalb stellte Spangenberg den Antrag, eine „fachlich fundierte Resolution“ zu entwerfen, wenn die vorliegende zurückgezogen werde. Der Rat entschied sich aber mehrheitlich für die Verabschiedung der eingebrachten Resolution als Votum gegen die Hähnchenmastanlage.

Von Ute Lawrenz

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