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Harms fordert andere Lösung für Flüchtlingsversorgung auf den Zieten

Ortsbürgermeister: Umnutzung der Funsporthalle zu kurz gedacht Harms fordert andere Lösung für Flüchtlingsversorgung auf den Zieten

Die Nutzung der beiden Sporthallen auf den Zietenterrassen für die Versorgung von Flüchtlingen sorgt für Irritationen in Göttingen-Geismar. Vor allem die geplante Umnutzung der Funsporthalle wird kritisiert.

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Der Boden der ehemaligen Bundeswehrsporthalle wird abgedeckt.

Quelle: Vetter

Göttingen. Dort sollen die 200 Flüchtlinge mit Essen versorgt werden, die in der benachbarten ehemaligen Bundeswehrsporthalle untergebracht werden. Die Nutzung der Bundeswehrsporthalle als Notunterkunft gehe in Ordnung, meint Geismars Ortsbürgermeister Thomas Harms (Grüne).

 

Foto: Rentschka

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Er sehe im Stadtgebiet keine bessere Möglichkeit, um 200 Flüchtlinge unterzubringen und so die Amtshilfe für das Land zu erfüllen. Auch wenn zwei Schulen betroffen seien, werde diese Halle relativ wenig für den Sport benötigt. An der Umnutzung der Funsporthalle übt Harms jedoch Kritik. Es gebe zu Recht Unmut bei Jugendlichen und dem SC Hainberg, der sich früh für Flüchtlinge engagiert habe. Die Verwendung der Halle sei zu kurz gedacht, meint der Ortsbürgermeister. Hier müsse eine andere Lösung gefunden werden. Es sei auch möglich, die Flüchtlinge in Containern oder Zelten mit Essen zu versorgen. Im Ortsrat stimme man sich derzeit zu dem Thema ab.

Unterdessen hat sich der SC Hainberg auf seiner Facebook-Seite an seine Mitglieder gewandt und die Informationspolitik der Verantwortlichen kritisiert. In dem Post heißt es unter anderem, dass die beiden Hallen „dem Sport ab sofort nicht mehr zur Verfügung“ stünden. „Bitte sprecht doch mit euren Kids, deren Trainingseinheiten ausfallen, und nennt diesen die Gründe. Dass Menschen, die vor Krieg und Elend geflohen sind, nicht frieren, ist wichtiger als Fußballtraining. Das werden eure Kids ALLE verstehen! Dass das nicht optimal ist, ist aber natürlich auch klar.“

Wer Kritik an der Entscheidung loswerden wolle, solle sich an die Göttinger Stadtverwaltung wenden, aber nicht an die Geflüchteten. „Die Flüchtlinge haben in den letzten Tagen, Wochen, Monaten oder sogar Jahren Schreckliches erlebt – jeder von uns wäre aus einem Kriegsgebiet geflohen und hätte Schutz gesucht“, heißt es in dem Post weiter, den Vorstandsmitglied Basti Zitscher verfasst hat. „Also lasst uns doch gemeinsam versuchen, es diesen Menschen so leicht wie möglich bei unserem SC Hainberg 1980 e.V. zu machen und gemeinsam Lösungen zu suchen und zu finden“, schreibt Zitscher.

Am Mittwoch ließ die Stadtverwaltung die ehemalige Bundeswehrsporthalle ausräumen. Außerdem sei ein Hallenboden zum Schutz der Sportfläche verlegt worden, sagte Verwaltungssprecher Detlef Johannson. Inwieweit die Funsporthalle künftig noch von Sportlern genutzt werden könne, müsse noch geklärt werden.

bar/afu

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