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Harste: Verhärtete Fronten nach Leserbrief

Anschuldigungen durch Lehrkräfte Harste: Verhärtete Fronten nach Leserbrief

Hat der Schulträger die Gesundheit von Kindern und Erwachsenen aufs Spiel gesetzt? Das haben Lehrkräfte in einem Leserbrief gefragt, nachdem Schimmelfotos aus der Außenstelle Harste der Grundschule Lenglern aufgetaucht waren. Rat und Bürgermeister fordern jetzt einen Widerruf der Anschuldigungen.

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Das besagte Foto, auf der schwarze Schimmel zu sehen ist.

Quelle: EF

Harste. Die Fronten sind verhärtet, obwohl alle Beteiligten sich wünschen, dass „endlich wieder Ruhe einkehrt“. Was ist geschehen? Anfang Oktober berichtete das Tageblatt über massiven Schimmelbefall im früheren Jugendraum, der sich unter dem Werkraum der Grundschule Harste befindet. Zwar halten sich weder Schüler noch Lehrkräfte in dem betroffenen Raum auf, dennoch klagten einige Lehrerinnen über Kopfweh und ekligen Gestank.

Die Gemeinde ließ vor den Herbstferien durch ein Gutachten klären, ob eine Gesundheitsgefährdung in den für die Projektschule genutzten Schulräumen besteht. Nein, so das Ergebnis auf Grundlage von Messungen. Eine „ausstrahlende Wirkung auf die darüber liegenden Räume“ wurde ausgeschlossen.

Ein Fachbetrieb habe inzwischen Ursachen und Folgen des Feuchtigkeitsschadens im Jugendraum beseitigt, so Bürgermeister Thomas Brandes (SPD). Und das schon vor Erscheinen des Leserbriefes der Lehrkräfte, betonen Rat und Bürgermeister einhellig in einer gemeinsamen Erklärung. Sie fordern das Kollegium auf, ihre „schweren Vorwürfe gegen Verwaltung und Politik“ und die erhobenen „verleumderischen“ Anschuldigungen richtigzustellen.

Die Landesschulbehörde kennt die Situation in Harste „seit einiger Zeit“ und bescheinigt auf Tageblatt-Anfrage dem Flecken Bovenden als Träger der Schule, dass alles unternommen worden sei, „um die Sicherheit im Schulgebäude in Harste zu gewährleisten“, so Behördensprecherin Bianca Schöneinch. Auch bei einer Besichtigung der Schule Anfang November „konnte keine Gesundheitsgefährdung für Lehrkräfte oder Schüler festgestellt werden“.

Alle Schulräume seien „ohne Einschränkung nutzbar“. Da einige Lehrkräfte aber nach wie vor über Augenjucken und Kopfschmerzen klagen würden, soll den „möglichen Ursachen der Beschwerden“ nachgegangen werden. „Eine Schimmel- oder Asbestbelastung kann aber ausgeschlossen werden“, heißt es weiter.

Eine der Verfasserinnen des Leserbriefes schildert die gegenwärtige Situation in den Harster Schulräumen so: „Es riecht jetzt nicht mehr nach Moder.“ Sie vermutet als Grund dafür, dass die Schulräume inzwischen „dauernd gelüftet“ würden.

Wie schätzen die Eltern die Situation an der Grundschule Harste ein? „Ich hatte als Mutter kein schlechtes Gewissen, meine Kinder dort hinzuschicken“, sagt Jessica Dreiling. „Wenn in meinem Haus Schimmel wäre, würde ich auch nicht gleich ausziehen.“ Allerdings könne sie auch die Lehrerinnen verstehen. Die Gemeinde hätte vielleicht eher reagieren müssen, meint Dreiling hofft, dass der Streit bald beigelegt wird.

„Ich würde mir sehr wünschen, dass im Sinne der Kinder wieder Ruhe einkehrt“, sagt Carolin Wutzke, deren Tochter die Grundschule Lenglern/Harste besuchen. Sie hofft, dass das Schimmelproblem jetzt behoben ist, wobei sie das Gutachten eher skeptisch bewertet. Der verschimmelte Jugendraum sei ja weit weg von den Messstellen gewesen.

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