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Hartmut Gerke und Werner Neumann sind die Dorfsheriffs im Flecken Adelebsen

Kümmerer, Problemlöser und Mädchen für alles Hartmut Gerke und Werner Neumann sind die Dorfsheriffs im Flecken Adelebsen

Dorfsheriff? Nein, Hartmut Gerke (57) und Werner Neumann (61) fühlen sich durch dem Begriff nicht veräppelt, im Gegenteil: „Das ist doch genau das, was wir sind“, finden die beiden Beamten der Polizeistation Adelebsen. Darüber hinaus seien sie auch Kümmerer, Problemlöser und Mädchen für alles, sagen die beiden Oberkommissare.

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Hartmut Gerke (rechts) und Werner Neumann

Quelle: Pförtner

Gemeinsam achten sie darauf, dass in ihrem Zuständigkeitsbereich – der Flecken Amit seinen Ortsteilen – Recht und Ordnung herrschen.

Dafür fahren die Kontaktbeamten jeden Tag zwei Stunden Streife. „Wir lassen uns überall mal sehen“, sagt Neumann. Das schlage sich in Respekt und Vertrauen nieder. Außerdem leisteten sie auch in Angelegenheiten Beistand, die eigentlich gar nicht zu ihren Aufgaben gehörten. Zum Beispiel im Fall eines älteren Mannes, der den Besuch eines Geldeintreibers befürchtete. Neumann saß „an dem Nachmittag, an dem der Besuch angeblich erfolgen sollte, bei dem Schuldner zu Hause.“

Bei bestimmten Straftaten würden sie die Dienststelle in Göttingen informieren, und wenn „die Kollegen in unserem Bereich ermitteln, fragen sie uns natürlich, ob wir irgendetwas wissen oder ob wir jemanden in Verdacht haben“, erläutert Gerke. Was die Aktivitäten der Hells Angels in Adelebsen angeht, seien vor allem übergeordnete Dienststellen befasst, aber Gerke und Neumann „haben das Objekt in der Langen Straße sowie den betreffenden Personenkreis im Blick“.
7000 Einwohner hat der Flecken Adelebsen. Da bleibt es nicht aus, dass die zwei Polizisten mit dem einen oder anderen Übeltäter persönlich bekannt sind. „Das blenden wir jedoch aus“,  sagt Gerke. „Da verhalten wir uns professionell und tun unsere Arbeit, unabhängig von der Person.“ Oft würden sie von Bürgern außerhalb ihrer Dienstzeiten angesprochen oder sogar aufgefordert, einzugreifen, zum Beispiel bei Meinungsverschiedenheiten auf Schützen- oder Volksfesten. „Ich versuche, solche Situationen zu vermeiden und gehe deshalb nur selten zu solchen Veranstaltungen“, sagt Neumann.

Die ganz spektakulären Fälle passierten im Flecken nicht. „Ich hab schon mal mit schusssicherer Weste vor der Sparkasse gestanden“, berichtet Gerke, „bis sich herausstellte, dass es kein Überfall, sondern ein Fehlalarm war“. Einen tödlichen Unfall auf der L 554 habe er, so Neumann, „erst nach langer Zeit verdrängen können.“ Und auch der Selbstmord eines älteren Mannes, den er schon als Kind gekannt habe, „steckt man nicht so leicht weg“.

Von Hauke Rudolph

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