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Hauptschulen aufleben lassen

Sprachlernklassen Hauptschulen aufleben lassen

CDU und FDP wollen die beiden totgeweihten Hauptschulen der Stadt Göttingen wieder aufleben lassen. Nach einem Aufnahmestopp im vergangenen Jahr sollen sie doch wieder Klassen für die Jahrgänge Fünf und Sechs einrichten. So könnte eine steigende Zahl der Flüchtlingskinder aufgefangen werden.

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Sprachlernklasse am Felix-Klein-Gymnasium.

Quelle: Pförtner

Göttingen. 23 Sprachlernklassen (SLK) gibt es an Göttinger Schulen – vier davon an den beiden städtischen Hauptschulen. Die steigende Anzahl von Flüchtlingskindern stelle vor allem weiterführende Schulen vor Schwierigkeiten, argumentiert die CDU/FDP-Ratsgruppe in einem Antrag zur nächsten Sitzung des Rates. Dazu gehörten unterschiedliche Leistungsniveaus und fehlende Räume.

„Ein besonderes Problem“ aber stellten Kinder und Jugendliche dar, die nicht schreiben und lesen können. Schon jetzt gebe es jeweils zwei Sprachlernklassen für diese Zielgruppe an der Heinrich-Heine-, und Käthe-Kollwitz-Schule. Damit sei es naheliegend, ihre Konzepte fortzuführen – mit neuen 5. und 6. Klassen ab 2017.

Der Haken: Die Stadt will beide Schulen schließen. Sie dürfen seit 2015 keine neuen Fünftklässler mehr aufnehmen. Göttingens Schuldezernent Siegfried Lieske will den Antrag nicht kommentieren, bevor er im Rat eingebracht wurde. Der Leiter der Käthe-Kollwitz-Schule, Christopher Franzmann-Korff, findet ihn “nur logisch und sinnvoll“. Die Hauptschulen seien gerne bereit, auch weiterhin nicht alphabetisierte Kinder aufzunehmen. Ihr Problem: Gehören sie alters- und leistungsmäßig in Klasse fünf, müssen sie sie abweisen.

Nach Angaben der Stadtverwaltung gibt es an der Heinrich-Heine- und Käthe-Kollwitz-Schule zurzeit 39 beziehungsweise 28 Schülern in jeweils zwei weitgehend volle Sprachlernklassen (SLK). Das gilt auch für die Voigt-Realschule mit 32 Schüler in zwei SLK.

Jeweils eine SLK gibt es an den Grundschulen Brüder-Grimm, Egelsberg, Hagenberg, Wilhelm-Busch und Hölty, jeweils zwei an der Astrid-Lindgren – und Erich-Kästner-Schule. Jeweils eine SLK gibt es an allen Gymnasien inklusive Abendgymnasium sowie an den Gesamtschulen Geschwister-Scholl- und Georg-Christoph-Lichtenberg.

Sprachlernklassen gibt es nach Angaben der Göttinger Kreisverwaltung auch an ihren Hauptschulen in Duderstadt (Astrid-Lindgren-Schule) und Hann. Münden (Schule am botanischen Garten), „bei Bedarf“ könnten die dortigen Gymnasien und die Werra-Realschule in Münden nachziehen. Darüber hinaus gebe es Sprachförderklassen und Klassen im Sprach- und Integrationsprojekt „SRINT“ an den Berufsbildenden Schulen in Göttingen, Duderstadt und Münden.

Teilweise würden Flüchtlingskinder an Grundschulen auch direkt in bestehende Klassen integriert, ergänzte Detlef Johannson, Sprecher der Göttinger Stadtverwaltung. Gebe es keine Möglichkeit, eine SLK an einer nahen Schule einzurichten, müssten Flüchtlingskinder in einer Regelklasse aufgenommen und durch zusätzliche Kurse gefördert werden, erklärte Ulrich Lottmann, Sprecher der Kreisverwaltung.

Der Rat der Stadt tagt am Freitag, 12. Februar, ab 16 Uhr im Neuen Rathaus.

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