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„Eigentum verpflichtet“

125 Jahre Haus + Grund „Eigentum verpflichtet“

Bei der Jahreshauptversammlung des Vereins der Haus- und Grundeigentümer (Haus + Grund) am Mittwoch hat Göttingens Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD) einen sozial verantwortlichen Umgang mit dem Immobilieneigentum angemahnt. Seine Forderung: „Eigentum verpflichtet“.

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Rolf-Georg Köhler

Quelle: Hinzmann/Archiv

Göttingen. Haus + Grund Göttingen beging am Mittwochabend im ASC-Vereinsheim sein 125-jähriges Bestehen. Heute sei der Verein „ein wichtiger Akteur in der Göttinger Kommunalpolitik und ein geschätzter Gesprächspartner in unserer Stadt“, erklärte Köhler. Deshalb habe die Stadt den Verein auch zum vom Rat beschlossenen „Bündnis für Wohnen“ eingeladen.

„In diesem Kreis“, sagte der Oberbürgermeister, „brauchen wir alle, wirklich alle Akteure, die sich auf dem Wohnungsmarkt bewegen und auskennen.“ Dies, weil die meisten deutschen Städten und die Ballungsräume unter den Folgen eines äußerst angespannten Wohnungsmarktes ächzten. Zwar seien die Menschen nicht obdachlos, aber: „Uns fehlen vor allem Wohnungen, deren Mieten Normalverdiener auch bezahlen können.“

Um dem Problem zu begegnen, müssten sich die Akteure „einen wichtigen grundgesetzlichen und gesellschaftlichen Wert bewahren: dass nämlich Eigentum verpflichtet. Bewältigen werden wir die gewaltige Herausforderung nur, wenn wir die Wohnung nicht zur Ware und nicht zum Spekulationsobjekt machen.“ Das wollte Köhler allerdings nicht als Kritik am Verhalten der Mitglieder von Haus + Grund missverstanden wissen: Er wisse, „dass gerade unter Ihnen diese Sozialpflichtigkeit des Eigentums ernst und wahrgenommen wird“. Es folgte eine gehörige Portion Selbstkritik: „Ich weiß, dass es die öffentliche Hand war, die durch massenweise Privatisierungen von kommunalen und öffentlichen Wohnungsbeständen einen großen Teil des Problems überhaupt erst ausgelöst hat. Von der jahrelangen Vernachlässigung des öffentlich geförderten Wohnungsbau ganz zu schweigen.“ In diesem Bereich habe „die Politik auf allen staatlichen Ebenen nach meiner Überzeugung versagt“.

Jetzt dürften Wohnungen keine Objekte der Preistreiberei werden, mahnte Köhler. „Wohnungsleerstand ist Zweckentfremdung. Und Zweckentfremdung ist kein Beitrag zu einer angemessenen Wohnraumversorgung.“ Und gut drei Monate vor Beginn des Wintersemesters und angesichts fehlender Studentenwohnungen appellierte der Oberbürgermeister: „Nahezu jedes Angebot hilft.“

Knapp 5000 neue Wohnungen benötige Göttingen in den nächsten zwölf Jahren, erklärte Köhler weiter. Die allerdings könnten nicht alle auf der grünen Wiese entstehen: „Wir werden und wollen Neubauten gerade in bereits besiedelten Bereichen oder in sogenannten integrierten Lagen zulassen.“

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