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Hausbelagerung in Göttinger Innenstadt

Aktion gegen Wohnungsnot und Immobilienleerstand Hausbelagerung in Göttinger Innenstadt

Noch immer belagern etwa 30 Aktivisten ein leer stehendes Haus in der Göttinger Gartenstraße. Mit der Aktion wollen sie auf einen akuten Wohnungsnotstand auch durch die Aufnahme von Flüchtlingen hinweisen. Polizisten verhindern, dass die Aktivisten erneut in das Gebäude eindringen können.

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Quelle: Schubert

Göttingen. Gegen 11 Uhr hatten Unbekannte die Fensterscheiben der Eingangstür eingeschlagen und waren mit Clownsmasken verkleidet in das vierstöckige Gebäude eingedrungen, berichten Anwohner. Innerhalb weniger Minuten befestigten sie mehrere Transparente an der Straßenfassade.

Darauf fordern Sie "Leerstand zu Wohnraum" und klagen in Anspielung auf das offenbar seit langem leer stehende Wohnhaus: "Über 20 Jahre, 'ne Sauerei" und "Gegen Spekulanten". Als Polizisten eintrafen, war das Haus bereits geräumt.

Seitdem picknicken etwa 20 bis 30 Personen im schmalen Vorgarten - es gibt Kaffee, Saft, frisches Brot und Kuchen. Immer wieder kommen Nachbarn aus der Gartenstraße dazu, heben zustimmende einen Daumen. "Eine gute Aktion", sagt Alexander Betzler, ein Nachbar von gegenüber. Das Haus stehe seit viele Jahren leer, "gerade in dieser Zeit ein unerträglicher Zustand".

Die Polizei bewacht den Eingang, lässt die Belagerer aber gewähren, bestätigt Einsatzleiter, Polizeihauptkommissar Sven Metge. Solange sich die Demonstranten friedlich verhielten und der Besitzer nicht reagiere, bestehe kein Grund, zu handeln. Bisher sei es noch noch nicht gelungen, die Eigentümer ausfindig zu machen und zu erreichen - es ist Himmelfahrt, ein Feiertag.

In einem Flugblatt bezeichnet die Initiatoren ihre Aktion als Mai-Spaziergang. Sie protestieren dagegen, dass ein intaktes Haus seit vielen Jahren ungenutzt ist, während viele Menschen in Göttingen händeringend eine Wohnung suchen. Ihr Appell, dieses und weitere leer stehende Gebäude zu nutzen, richtet sich an die Besitzer des Objektes, aber auch an die Stadtpolitiker.

Es gibt unterschiedliche Angaben darüber, seit wann das Haus in der Gartenstraße mit mehreren großen Wohnungen leer steht. Sie reichen von mindestens 15 bis mehr als 20 Jahre. Über die Besitzer gibt es vage Angaben. Die Familie soll mehrere große Immobilien in der Stadt besitzen - ebenfalls leer stehend. Ein Nachbarn berichten, er habe bereits mehrfach versucht, die Eigentümerin davon zu überzeugen, das Haus zu vermieten oder zu verkaufen - ohne Erfolg. Sie sei sehr zurückhaltend.

© Schubert

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