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Hausbrand in Jühnde: Familie Schumacher blickt in die Zukunft

„Wir können uns geehrt fühlen“ Hausbrand in Jühnde: Familie Schumacher blickt in die Zukunft

Was Oliver Schumacher über den vergangenen Tag erzählt, klingt nach einem normalen Weihnachtsfest: gemeinsames Essen, Bescherung und Spieleabend, danach zur Christmette. Nur das Haus, in dem die Schumachers Weihnachten feiern, ist nicht dasselbe, das sie Anfang Dezember noch geschmückt hatten. Durch einen Schwelbrand hat die vierköpfige Familie am 7. Dezember ihr Zuhause verloren.

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Dankbar für die Hilfe von nah und fern: Familie Schumacher feiert Weihnachten in ihrer Übergangswohnung.

Quelle: Heller

Jühnde. Jetzt richten sie ihren Blick nach vorn – und wollen sich bei ihren zahllosen Helfern bedanken.

„Am Weihnachtstag klingelte ein fremder Mann aus Kassel. Der hat einfach nur gesagt, dass es ihm leid tut und hat uns ein Geschenk  gemacht“, erzählt Michaela Schumacher gerührt. Das sei nur einer von „ganz vielen Leuten“, die der Familie derzeit unter die Arme greifen. Auf der einen Seite entstand in der Dorfgemeinschaft schnell ein enges Netzwerk aus Leuten, die helfen wollten.

Sach- und Geldspenden fließen, weitere Mittel wurden mit einem Benefiz-Weihnachtsmarkt gesammelt. Auf der anderen Seite sind da Leute, die die Schumachers überhaupt nicht kennen, wie der Mann aus Kassel oder Spender, die sogar aus den Vereinigten Staaten überweisen.

Diese Formen der Anteilnahme finden alle Familienmitglieder überwältigend. „Wir können uns geehrt fühlen, dass so viele Leute an uns denken“, sagt Michaela Schumacher. „Gleichzeitig ist es uns leider unmöglich, allen Menschen persönlich zu danken.“

Das liegt nicht nur an der schieren Zahl ihrer Unterstützer, sondern auch an den vielen Dingen, die die Schumachers im kommenden Jahr in den Kopf zu nehmen haben. Die vergangenen Tage haben sie damit zugebracht, die Ruine ihres Hauses auszuräumen.

Jetzt steckt ihre gesamte Vergangenheit in zwei Müllcontainern – während ihre Zukunft  am Reißbrett hängt: Sie wollen ein neues Haus auf ihrem Grundstück errichten, doch bis es so weit ist, muss das alte abgerissen und der Neubau geplant werden. Die Planungen werden sicherlich einige Zeit in Anspruch nehmen. Ob die Familie schon 2015 in ein neues Haus einziehen kann, ist noch nicht sicher.

Auch die siebenjährige Sina soll im kommenden Jahr wieder zur Schule gehen. Das war ihr aufgrund einer Chemotherapie nicht möglich, nachdem bei ihr erst im Februar Knochenkrebs diagnostiziert worden ist. Das sind viele Baustellen, manche auf dem Grundstück, manche im Kopf. Doch allen Herausforderungen zum Trotz ist es immer wieder ihre Dankbarkeit, auf die Michaela und Oliver Schumacher zu sprechen kommen.

„Wir wollen niemandem zur Last fallen.“ Dass sie sich am ersten Weihnachtsfeiertag mit dem Tageblatt treffen, habe vor allem einen Grund, meint Michaela Schumacher: „Der Artikel soll möglichst viele Menschen erreichen und ihnen zeigen, wie dankbar wir sind.“

Spendenkonto: Michaela Schumacher, IBAN: DE11 2605 0001 0156 2820 14
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„Schön, wie das Dorf zusammensteht“
Foto: Spende um Spende für die Jühnder Familie Schumacher (rechts).

Ihr Schicksal hat die Menschen in der Region bewegt. Familie Schumacher – das sind die siebenjährige Sina, ihre 14 Jahre alte Schwester Julia und die Eltern Michaela und Oliver – muss nicht nur die schwere Krebserkrankung Sinas durchstehen.

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