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Hausgemeinschaft Bühlstraße schreibt an Burschenschaft Germania

Zwei Forderungen Hausgemeinschaft Bühlstraße schreibt an Burschenschaft Germania

Die Hausgemeinschaft des Wohnheims Bühlstraße 28 begrüßt das Entschuldigungsschreiben der Burschenschaft Germania zu den Schüssen, die ein ehemaliges Germania-Mitglied mit einer Softair-Waffe auf das Wohnheim abgeben hat. In einem offenen Brief hat sie sich an die Verbindung gewandt.

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Das Wohnheim in der Bühlstraße 28, auf das die Schüsse abgegeben wurden.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Darin befürwortet sie die Entscheidung der Germania, dem Schützen und einer weiteren beteiligten Person den Mietvertrag fristlos zu kündigen, heißt es in einem offenen Brief. Gleichzeitig stellt die Hausgemeinschaft zwei Forderungen: Zum einen, dass die zweite beteiligte Person von der Burschenschaft angezeigt wird. Dies sei "Zeichen einer konsequenten Aufarbeitung des Vorfalls". Zum anderen, dass weder Mitglieder noch Hausgäste der Germania zukünftig das Grundstück Bühlstraße 28 betreten.

Die Distanzierung von "konkreter Gewalt in Göttingen sowie von schlagenden Verbindungen" durch die Germania begrüßt die Hausgemeinschaft, auch wenn "sich aus unseren Auffassungen von unter anderem Staat, Elitenbildung, Geschlechterverhältnissen und deutscher Geschichte weiterhin fundamental unterschiedliche politische Positionen ergeben". Und weiter heißt es in dem Schreiben: "Aufgrund der bestehenden politischen Differenzen und unserem Verständnis von struktureller Gewalt gilt für uns dementsprechend: Auch bei einem friedlichen, nachbarschaftlichen Verhältnis wird für uns der Tag ein Höhepunkt sein, an dem Sie Ihren elitären Männerbund auflösen."

Unterdessen hat die Grüne Jugend den Schritt von Uni-Präsidentin Ulrike Beisiegel begrüßt, die Seite mit einer Liste der Göttinger Studentenverbindungen vorerst aus dem Internetangebot der Universität zu entfernen. "Wir stimmen Frau Beisiegel auch darin zu, dass Studentenverbindungen differenziert kritisiert werden müssen", heißt es in einer Stellungnahme. Neben dem sexistischen, homophoben und männerbündischen Charakter wiesen viele Verbindungen auch einen "eindeutig nationalistischen Einschlag" auf, der mit dem offenen Klima in Göttingen und ihrer Universität nicht vereinbar sei. "Wir würden es daher begrüßen, wenn auch in Zukunft keine Verbindungen mehr auf der Uni-Homepage aufgeführt werden."

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