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Heimatverein Groß Schneen schafft Wander-Idylle am Waldrand des Dreisch

Blick auf Cumberland-Eiche Heimatverein Groß Schneen schafft Wander-Idylle am Waldrand des Dreisch

Heimatverein und Realgemeinde Groß Schneen haben auf dem Dreisch, der großen Lichtung oberhalb Groß Schneens im Reinhäuser Wald, einen Rastplatz für Wanderer geschaffen. Idealer Ausgangspunkt für kleine Gruppen, Bocksbühl und Plesse zu erwandern.

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Helfer des Heimatvereins: Hermann Kerl (v.li.), Kurt Penke, Friedrich-Wilhelm Ropeter, Friedrich Vollmer und Heinrich Harriehausen.

Quelle: Gückel

Groß Schneen. Wer sich in den Kurfürstenthron setzt, blick auf die Cumberland-Eiche. Dahinter stand einst Bönnekehusen, eine Burg, erstmals erwähnt 1241.

Heute zeugen selbst bei Google-Maps nur dunkle Schatten im Boden des Ackers vom einstigen Standort. Nur die Gipfel des kleinen und großen Bocksbühl und der Plesse stehen unverändert. Blickt man ganz rechts, ist die Gerichtslinde zu erahnen, wo einst die letzte Hinrichtung im Raum der Gemeinde Friedland stattfand.

Rechts hinter dem aus einer dicken Astgabel gesägten bequemen Holzthron ragen zwei Belüftungsrohre aus dem Waldboden. Darunter verborgen der hallengroße Speicher der Dreisch-Quelle, der einstigen Wasserversorgung Groß Schneens. Und oben im Wald die Pastorenhöhle, einst ein Gipssteinbruch.

Wir befinden uns am Stendel-Eck, einem Wanderer-Rastplatz am Rande des Dreisch. Der Dreisch ist eine große Lichtung im Reinhäuser Wald. Hier trafen sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Northeimer Kürassiere, um dem Kronprinzen von Hannover, Ernst August, Herzog von Cumberland, zu Pfingsten beim Exerzieren ihr Können zu zeigen. Und hier hat Groß Schneen von 1952 bis 1972 sein Trinkwasser bezogen.

Genau genommen sogar seit 1912, denn damals wurde zusammen mit dem Ballenhäuser Wasserverband eine erste Leitung von der Quelle ins Dorf gebaut. 1952 wurde ein riesiger Brunnen erschlossen. Heute fließt das Dreisch-Wasser ungenutzt in den Rhinbach.

Der Draisch ist für Wanderfreunde gut erschlossen. Der große Wanderparkplatz zwischen Groß Schneen und Ludolfshausen wurde zuletzt ergänzt durch ausgezeichnete Rundwanderwege. Der Heimatverein hat jetzt eine schöne Sitzgruppe gebaut, die den Waldeingang, das Stendel-Eck, noch attraktiver macht.

Die wichtigsten Helfer waren Fritz und Fritz. Friedrich Vollmer und Friedrich-Wilhelm Ropeter sind die Schreiner, die schon für den Friedhof und bei anderer Gelegenheit aus alten Eichen Sitzbänke zimmern. Das geschieht bei Heinrich Harriehausen auf dem Hof, der als Vorsitzender von Realgemeinde und Heimatverein gleich doppelt unterstützt – mit dem Holz und mit dem Platz.

Den Tisch der Sitzgruppe sägten die Helfer allerdings vor Ort – aus dem Stamm einer dort gefällten Buche, die Wurzeln noch im Boden.

Und wer es am Stendel-Eck so gemütlich findet, dass er selbst bei dichtem Nebel sitzen bleibt, der kann im Dunst vielleicht das Burgfräulein erahnen, das der Sage nach am Dreisch geistern soll, seit es von der umstürzenden Mauer der Burg Bönnekehusen erschlagen wurde.

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