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„Mercedes unter den Rollern“

Heinkel-Fans treffen sich am Gänseliesel „Mercedes unter den Rollern“

Rundes Jubiläum: Am Sonntag haben sich die Heinkel-Freunde Göttingen zum 30. Mal mit ihren Oldtimer-Rollern zum Gänseliesel-Treffen vor dem Alten Rathaus versammelt – mit dabei Gäste aus der ganzen Bundesrepublik, sogar aus den Niederlanden war ein Heinkel-Fan angereist.

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Axel Wiegmann und das amtierende Gänseliesel Annabell Zapfe in einem Heinkel-Kabinenroller Kabine 154 "Trojan", 1958.

Quelle: Heller

Göttingen. Ein ganz normaler Sonntagmorgen in der Göttinger Innenstadt: Kaum jemand ist schon auf den Beinen, allerhöchstens beim Bäcker gegenüber vom Gänseliesel-Brunnen ist schon etwas Leben in der Stadt. Jedenfalls bis die Stille um kurz nach 10 Uhr von einem charakteristischen Rattern durchschnitten wird. Erst sind sie nur zu hören, dann auch zu sehen: Knapp 50 Heinkel-Roller fahren von der Roten Straße auf den Platz vor dem Alten Rathaus ein – und ziehen sofort die Aufmerksamkeit der Passanten mit ihren Handykameras auf sich.

Rundes Jubiläum: Am Sonntag haben sich die Heinkel-Freunde Göttingen zum 30. Mal mit ihren Oldtimer-Rollern zum Gänseliesel-Treffen vor dem Alten Rathaus versammelt – mit dabei Gäste aus der ganzen Bundesrepublik, sogar aus den Niederlanden war ein Heinkel-Fan angereist.

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Gegründet in den 20er-Jahren als Heinkel-Flugzeugwerke, baute die Firma vor allem Militärflugzeuge. Nach dem Zweiten Weltkrieg schwenkte das Unternehmen auf den Motorbau um, in den 50er-Jahren wurden dann hauptsächlich Roller gebaut.

Frank Heise: „Durch den Regenschutz kam man im Tanzlokal immer mit sauberen Schuhen und sauberer Hose an.“

„Das Unternehmen hat dann in der Wirtschaftswunderzeit irgendwie den Absprung ins Kleinwagensegment verpasst“, erzählt Frank Heise. Und der muss es wissen: Heise ist Vorsitzender der Heinkel-Freunde Göttingen und organisiert das jährliche Treffen. Was für ihn die Faszination Heinkel ausmacht? „Das Alter, die Qualität“, sagt Heise. „Das ist noch deutsche Wertarbeit.“ In den 50er-Jahren sei der Heinkel-Roller auch als „Mercedes unter den Rollern“ bekannt gewesen. „Das war damals schon das Nonplusultra.“

Zum Hobby kam Heise über seinen Vater. Der hatte sich mit 19 Jahren im Göttinger Autohaus Bierschenk einen dieser Roller gekauft. Als dann die Kinder kamen, musste der Heinkel einem familienfreundlicheren VW Käfer weichen. Und als die Kinder dann selbst erwachsen waren und einen fahrbaren Untersatz brauchten, empfahl der Vater sofort den Heinkel, denn der „passt in jede Garage“. Und der Roller hatte noch einen weiteren entscheidenen Vorteil, erzählt Heinkel-Freund Heise. „Durch den Regenschutz kam man im Tanzlokal immer mit sauberen Schuhen und sauberer Hose an.“ Darauf hätten die Mädchen schließlich geachtet, sagt Heise. „Als Heinkel-Fahrer war man da immer besser dran.“

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