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Heißmangel in Lippoldshausen endgültig geschlossen

In die Mangel genommen Heißmangel in Lippoldshausen endgültig geschlossen

Dorfgemeinschaftshäuser sind der Mittelpunkt eines jeden Ortes. Doch die Treffpunkte sind in die Jahre gekommen. Und oft fehlt das Geld, um sie zu sanieren und traditionelle Angebote zu erhalten.

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An alter Wirkungsstätte: Ursula Raddatz (l.) und Margret Ring.

Quelle: Schmidt

Lippoldshausen/Reiffenhausen. „Das war unser Leben“, sagt Ursula Raddatz. Margret Ring pflichtet ihr bei. Nach mehreren Jahrzehnten läuft die Heißmangel im Dorfgemeinschaftshaus (DHG) in Lippoldshausen nicht mehr rund – hat zu Beginn des Jahres sogar komplett die Dienste versagt. Es rentiere sich nicht, den Motor zu reparieren, meinen die Rentnerinnen. Andere Einrichtungen wie der Kühlraum seien schon längst aus dem DGH verschwunden. Auch wenn sich „das Leben in den Dörfern abspielt“, müsse darauf geachtet werden, wie viele Menschen die DGH überhaupt nutzen, meint Julia Bytom von der Stadt Hann. Münden.

„In den 60er-Jahren wurde das Haus gebaut“, sagt Ring. Da sei auch gleich die Heißmangel in Betrieb genommen worden, erzählt die 78-Jährige, „allerdings schon gebraucht“. 1996 haben Raddatz und Ring die Cordes-Maschine übernommen. Viele Reparaturen und Neuerungen mussten sie vornehmen. „Wir haben das Geld immer durch drei geteilt“, sagt Ring, „Der dritte Teil ging an die Mangel.“

Nach Beschluss im Ortsrat übernimmt nun der SVG Lippoldshausen den Raum, in dem noch die Heißmangel steht. Auch der Rest des Hauses wird weiterhin genutzt: neben den Schützen und anderen Sportlern sind noch die Jugendfeuerwehr, der Kindergarten und sogar das Standesamt darin beheimatet, erklärt Raddatz. Doch die DGH der Stadt Hann. Münden sind ein „kleines Leid“, sagt Bytom. Außer am Haus in Oberode, das bei einer Dorferneuerung saniert worden sei, „sind mit den Jahren bei allen DGHs Maßnahmen nötig“. Lippoldshausen sei noch ein positives Beispiel.

Andernorts ein ähnliches Bild – Beispiel Reiffenhausen. „Wir können uns glücklich schätzen“, sagt Ortsbürgermeister Bernd Magerkurth (SPD). Zwar seien Schlachterei und Gefrieranlagen geschlossen worden, doch andere Einrichtungen liefen gut. Sauna, Dorfmuseum, Mosterei – in Letztgenannte wurden gar 26 000 Euro investiert, sagt Magerkurth. „Hart ausgedrückt“, laufen DGH „grundsätzlich defizitär“, sagt Volker Anders von der Gemeinde Friedland. Aber das sei „auch nicht Sinn der Sache“. Die DGH seien schließlich für das Zusammenkommen der Bürger gedacht und nicht für wirtschaftliche Zwecke.

Das DGH in Reiffenhausen hat auch eine Heißmangel. Einmal im Monat wird hier Wäsche geglättet. In Lippoldshausen nahmen Raddatz und Ring immer mittwochs Tischdecken und Ähnliches ab 8 Uhr in die Mangel. Auch aus den umliegenden Dörfern seien Menschen gekommen. Bei der Arbeit hätten sie immer gut die Neuigkeiten austauschen können, sagen Ring und Raddatz.

Von Friedrich Schmidt

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