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Helfer und Bonveno streiten um Reinigung

Flüchtlingsunterkunft Voigtschule Helfer und Bonveno streiten um Reinigung

Die freiwilligen Helfer in der Flüchtlingsunterkunft ehemalige Voigtschule werfen Mitarbeitern der Gesellschaft Bonveno vor, Bewohnern gedroht zu haben, ihre Geldmittel zu kürzen, wenn sie sich nicht an der Reinigung der Unterkunft betätigten.

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Quelle: Vetter/Archiv

Göttingen. Es spreche überhaupt nichts dagegen, dass die Bewohner dabei helfen, sagte Helfer Sacha Schießl. Für ihn und das Organisationsteam der freiwilligen Helfer sei es aber "höchst konfliktfördernd", dass bei dem in der vergangenen Woche erstellten Reinigungsplan "nicht alle Bewohner gleichermaßen herangezogen werden", klagten die Helfer.

Bonveno erstellt Reinigungsplan mit Flüchtlingen

Die Bonveno-Koordinatorin Marieke Thüne erläuterte hingegen, dass der Plan gemeinsam mit den Bewohner erstellt worden sei, "da auch sie an einer besseren Hygiene interessiert sind". Die Aufteilung der Arbeiten sei so gerecht wie möglich erfolgt und berücksichtige alle Flure, Gemeinschaftsflächen, die Küche sowie die Sanitäranlagen. Alle Bewohner seien einbezogen. Ihre Mitarbeiter hätten mitgeteilt, so Thüne, dass es keine Drohungen mit Leistungskürzungen ausgesprochen worden seien.

 

»Die absurden Pläne haben wir sofort entfernt und allen im Haus geraten, die Aufforderungen zu ignorieren«, berichtete hingegen Helferin Jasmin Nofal und Lena Hennig ergänzte: »Es steht Bonveno nicht zu, den Bewohnern mit Geldkürzungen zu drohen. Rechtlich haben sie in dieser Angelegenheit keinerlei Befugnis.«

 

Michael Bonder von Bonveno weist Vorwürfe der freiwilligen Helfer zurück

 

Das sieht auch Bonveno-Geschäftsführer Michael Bonder so: "Wir sind nicht befugt, Bewohner zu irgendwelchen Arbeiten heranzuziehen, geschweige denn, Sanktionen bei Verweigerung durchzuführen." Zahlungen an Flüchtlinge seien Sache der Verwaltung. Bonveno versuche, in allen von ihnen betreuten Einrichtungen, dazu gehören die Unterkünfte auf den Zietenterrassen und am Nonnenstieg, Bewohner über ein Zuverdienstangebot von einem Euro pro geleisteter Stunde zur Mitarbeit zu motivieren, sagte Bonder und beteuerte: "Alles auf freiwilliger Basis." Das Sozialamt genehmige das, die Gelder würden auf Basis von Stundenzetteln ausgezahlt. Verwaltungssprecher Detlef Johannson bestätigt Bonders Angaben: Es sei niemand unter Druck gesetzt worden – weder von der Stadt noch von Bonveno. Flüchtlinge würden bei Reinigungsarbeiten nur im Sinne einer Arbeitsgelegenheit einbezogen.

 

Man könne sich ausmalen, "wie lange wir unsere Betreuungsaufgabe wahrnehmen können, wenn wir mit Druck, Drohungen und Zwang auftreten würden", sagte Bonder weiter. Er wies den Vorwurf der Helfer "mit allem Nachdruck" zurück. Am Vorgehen der "Ehrenamtlichen", einfach die Reinigungspläne abzureißen, sei sehr gut zu erkennen, "wer dort anmaßend handelt", sagte Bonder.

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