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Hells Angels Club Göttingen in Niedersachsen verboten

Durchsuchung in Adelebsen Hells Angels Club Göttingen in Niedersachsen verboten

Der Hells Angels-Spuk in Adelebsen ist vorbei: Nach einem Verbot des „Hells Angels MC Chapter Göttingen“ durch das niedersächsische Innenministerium durchsuchte die Polizei den Hells Angels-Treffpunkt in der Langen Straße und stellte die Inneneinrichtung samt Computer, Schriftstücken und anderen Gegenständen sicher.

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Dursucht: Boxklub der Hells Angels in Adelebsen.

Quelle: Hinzmann

Adelebsen/Hannover. Gleichzeitig wurden 16 weitere Objekte in Niedersachsen durchsucht, darunter allein zwölf in Südniedersachsen. Weitere Durchsuchungen trafen drei Wohnungen in Braunschweig und eine in Hannover. Damit wurde zum erstenmal in Niedersachsen ein Rockerclub verboten.

Um 6 Uhr früh rückten ein Dutzend Polizeifahrzeuge in Adelebsen an. Beamte sperrten den größten Teil der zu diesem Zeitpunkt menschenleeren Langen Straße und drangen ins Vereinshaus ein. Sofort wurden die Angels-Symbole wie das „81“-Zeichen oder die Ein-Prozent-Raute auf der Eingangstür übermalt.

Durchsucht wurde auch das Auto des lokalen 48-jährigen Hells Angels-Chefs. Der sitzt derzeit in Kassel in Untersuchungshaft, wo ihm zum gleichen Zeitpunkt die Verbotsverfügung gegen seinen Hells Angels-Verein zugestellt wurde. Nicht betroffen von der Durchsuchung war die Pizzeria in anderen Hausteil, die trotz ihres Namens „Rocky“ nichts mit den Rockern zu tun habe, wie der Besitzer betont.

Das Innenministerium begründete die Aktion unter anderem damit, dass es in Niedersachsen zum ersten Mal gelungen sei, ein Hells Angels-Chapter in Verbindung zu konkreten Straftaten zu bringen. Aber auch das gestörte Sicherheitsgefühl der Bevölkerung habe eine Rolle gespielt. Das Verbot des Clubs und die Schließung des Treffpunkts diene auch der Befriedung.

Bei den Durchsuchungen hat die Polizei umfangreiches Material beschlagnahmt. Darunter sind fünf Harley-Davidson-Maschinen, Messer, Schlagringe, Dekowaffen und Kutten, aber auch Drogen, Computer, Handys, Laptops und USB-Sticks. Das sagte Landespolizeipräsident Uwe Binias am Freitag in Hannover. Festnahmen gab es bei den Durchsuchungen im Raum Göttingen, Braunschweig und Hannover nicht.

Adelebser Bewohner unterschiedlicher Meinung

Patrick Riebe, Anwalt der von der Durchsuchung betroffenen Hells Angels-Mitglieder, kritisierte die groß angelegte Polizeiaktion. Das Vorgehen des Innenministeriums sei „völlig überzogen und lächerlich“. Die meisten Mitglieder der Göttinger Hells-Angels-Abteilung seien keine gefährlichen Gewaltkriminellen, sondern Menschen aus der Region mit Spaß an der Motorradkultur.

Adelebser Bewohner sehen das Verbot unterschiedlich. Die einen zeigen offen ihre Freude darüber, dass die Rocker verschwunden sind. Andere hingegen meinen, die Mitglieder, die zudem aus der Region stammen und dort gut bekannt sind, seien im Ort höflich und normal aufgetreten. Allerdings: Offen reden will niemand.

Der Göttinger Bundestagsabgeordnete Jürgen Trittin begrüßte das Verbot: „Innenminister Pistorius setzt mit dem Verbot ein wichtiges Signal gegen Organisierte Kriminalität. Die „Rocker“ haben schon zu lange in Güntersen und Adelebsen ihr Unwesen getrieben.“ Allein mit einem Verbot aber sei das Problem noch nicht aus der Welt. Polizei, Staatsanwaltschaft und Behörden vor Ort müssten verhindern, dass sich die Hells Angels verdeckt neu organisierten.

Dieser Artikel wurde aktualisiert

Verbot des Hell-Angels-Clubs in Adelebsen: Die Polizei hat den Treffpunkt der Rocker in der Langen Straße geschlossen.

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Erleichterung in Adelebsen über Hells-Angels-Verbot

Adelebsen. Das Verbot des südniedersächsischen Ablegers der Hells Angels hat in Adelebsen für Erleichterung gesorgt. "Gut, dass das endlich vorbei ist", sagte Ortsbürgermeister Kurt Prutschke (SPD) der Nachrichtenagentur dpa. "Wir haben lange darauf gewartet, dass die Polizei etwas unternimmt. Für unser Dorf war das eine große Belastung."

Innenminister Boris Pistorius (SPD) hatte im Landtag über das Verbot des Göttinger Chapters des Clubs berichtet. Im nahe gelegenen Adelebsen wurde am Morgen das Quartier des Rockerclubs durchsucht.

Die Göttinger Hells Angels waren unter anderem in die Schlagzeilen geraten, weil mehrere Mitglieder in einen groß angelegten Erpressungsversuch verwickelt sein sollen.

dpa

 

Die von Unbekannten angekündigte Demonstration gegen Aktivitäten der Hells Angels in Adelebsen im Februar 2013 ist ausgefallen. Es waren wenige Bürger, die sich am Rathaus einfanden – Medienvertreter und Polizisten übertrafen ihre Anzahl bei weitem. © Heller

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Verbote von Hells-Angels-Clubs in Deutschland

Seit 1983 sind bundesweit mehrere Ortsclubs der Rockergruppe Hells Angels, sogenannte Charter oder Chapter, verboten worden.

Auch von anderen Motorrad-Rocker-Organisationen wurden Ortsgruppen aufgelöst.

Das Bundesinnenministerium verfügte im Juli 2013 mit dem Verbot der Gruppe Gremium MC in Sachsen erstmals die Auflösung eines kompletten Regionalverbands.

Verbote von Ortsgruppen der Hells Angels:

• Oktober 1983 :
   Das Bundesinnenministerium verbietet
   den Hells Angels Motor Club Germany Charter Hamburg.

• Dezember 2000 :
   Das nordrhein-westfälische Innenministerium erlässt ein Verbot
   gegen die Hells Angels in Düsseldorf.

• April 2010 :
   Schleswig-Holstein verbietet die Hells Angels in Flensburg.

• Juni 2011 :
   Das baden-württembergische Innenministerium spricht ein Verbot aus gegen
   die Pforzheimer Rockergruppe Hells Angels MC Charter Borderland und ihren
   Unterstützerclub Commando 81 Borderland.

• September 2011 :
   Das hessische Innenministerium verbietet die Ortsclubs
   Hells Angels Frankfurt und Westend (Frankfurter Stadtteil).

• Januar 2012 :
   Schleswig-Holstein verbietet die Hells Angels in Kiel.

• April 2012 :
   Das nordrhein-westfälische Innenministerium verfügt die Auflösung
   des Vereins Hells Angels MC Cologne in Köln.

• Mai 2012 :
   Die Hells Angels Berlin City müssen sich auflösen.

• Juni 2013 :
   Bremens Innensenator verbietet die Hells Angels in der Hansestadt.

• Juli 2013 :
   Das Brandenburger Innenministerium verbietet
   den Verein Hells Angels MC Oder City
   und die Unterorganisation Oder City Kurmark.

• Oktober 2014 :
   Erstmals wird in Niedersachsen ein Rockerclub verboten:
   Die Hells Angels in Göttingen.

dpa

 

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Großaktion gegen Treffpunkt in Adelebsen
Foto: Durchsuchung und Schließung des Hells-Angel-Clubhauses in Adelebsen. Die Hells Angels-Symbole am Eingang wurden übermalt.

Mit dem Hells-Angels-Spuk in Adelebsen ist es vorbei: Nach einem Verbot des Hells Angels MC Chapter Göttingen durch das niedersächsische Innenministerium durchsuchte die Polizei am frühen Freitagmorgen den Hells Angels-Treffpunkt in der Langen Straße in Adelebsen und stellte etliche Gegenstände sicher.

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