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Zeichen für eine atomwaffenfreie Welt

„Mayors for Peace“-Flagge Zeichen für eine atomwaffenfreie Welt

Seit Freitag weht wieder ein Zeichen für nukleares Abrüsten vor dem Neuen Göttinger Rathaus: Bürgermeisterin Helmi Behbehani (SPD) hat auf dem Hiroshima-Platz die Mayors-for-Peace-Flagge gehisst. Deutschlandweit weht diese vor 240 Rathäusern für den Frieden.

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Bürgermeisterin Helmi Bebehani hisst vor dem neuen Rathaus am Hiroshima-Platz die Flagge zum Flaggentag des weltweiten Bündnisses Mayors for Peace.

Quelle: Niklas Richter

Göttingen. „Göttingen ist eine Stadt, die sich Frieden und Abrüstung auf die Agenda geschrieben hat,“ erklärte die Bürgermeisterin. Gegenwärtig sei weltweit jedoch das Gegenteil der Fall. US-Präsident Donald Trump wolle sein Atomwaffenarsenal modernisieren und stelle dafür hohe Mittel bereit. Für Behbehani eine große Gefahr für den Weltfrieden. 

Kritik an Nato-Staaten

1982 wurde die Initiative „Mayors for Peace“ (Bürgermeister für den Frieden) vom Bürgermeister Hiroshimas gegründet, mehr als 7000 Städte unterstützen weltweit inzwischen die Forderung, alle atomare Waffen bis zum Jahr 2020 zu vernichten. Der Tag, üblicherweise der 8. Juli, erinnere an ein Rechtsgutachten des Internationalen Gerichtshofes in Den Haag vom 8. Juli 1996, dass der Einsatz von Atomwaffen mit den Regeln des humanitären Völkerrechts unvereinbar sei, so Behbehani. 2017 findet der Tag bereits am 7. Juli statt, zeitgleich mit Verhandlungen von 130 Nichtnuklearstaaten über ein Atomwaffenverbot in New York. Zudem, so die Sozialdemokratin, sei es ein wichtiges Signal an die G20-Teilnehmer.

„Bedauerlich, dass Deutschland nicht bei den Verhandlungen mitmachte“, erklärte Behbehani, denn die Nato-Staaten blieben den Verhandlungen fern. Dass unter den Verhandlungsstaaten auch die islamische Republik Iran über die Vernichtung von Atomwaffen teilnahm, sah die Bürgermeisterin nicht als Widerspruch – viel gefährlicher sei der ostasiatische Raum zwischen Pakistan und Indien. 

Unmenschliche Waffen 

„Göttingen setzt neben anderen Städten wie Montreal, Bangkok oder Bogota ein Zeichen globaler Verantwortung“, freute sich Grünen-Ratsfrau Dagmar Sakowsky. „Der Druck auf die verantwortlichen Regierungen muss weiterhin von den Kommunen und der Zivilgesellschaft ausgehen, denn nur so kommen wir der Abschaffung dieser unmenschlichen Waffen näher.“

Von nuklearen Waffen gehe eine Gefahr aus, die nicht zu kalkulieren sei, erklärte Behbehani auf dem Platz, der nach der japanischen Stadt Hiroshima benannt ist, auf die – und Nagasaki – im August 1945 die Amerikaner die bislang einzigen Atombomben im Krieg abwarfen. Auch für kommende Generationen stellten diese ein Risiko dar, solange deren Entsorgung nicht geregelt sei. So habe Russland gerade massive Probleme mit seiner veralteten Atomflotte.

Göttingen setzt sich für friedliche Welt ein

„Wir wären nicht so weit, wenn der Atomausstieg nicht von einer breiten Mehrheit der Gesellschaft mitgetragen würde“, erläuterte die Bürgermeisterin. „Die Flagge ist nur ein äußeres sichtbares Zeichen“, so Behbehani, dass Göttingen sich weiterhin für eine atomwaffenfreie und friedliche Welt einsetzen werde.

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