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Eine Reise mit Joch und Eimer

Herbsttagung der Ortsheimatpfleger Eine Reise mit Joch und Eimer

Die Ortsheimatpfleger aus dem gesamten Landkreis Göttingen waren zum turnusmäßigen Treffen diesmal nach Esebeck gekommen. In der „Alten Gaststätte“ gab es erst einmal die Theorie, bevor es dann zu einem spannenden Dorfrundgang ging.

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Rundgang der Ortsheimatpfleger

Quelle: aib

Ortsheimatpfleger gibt es in einer großen Zahl im Landkreis, mehr als 100 schätzt die ehrenamtliche Kreisheimatpflegerin Angela Sohnrey. Etwa 50 von ihnen waren nach Esebeck gekommen, um im nordwestlichsten Stadtgebiet von Göttingen zu tagen. Dr. Gudrun Pische informierte zum „Amt Harste“, Dr. Gerd Busse über Heimatforschung und Heimatpflege mit praktischen Beispielen aus Esebeck.

Nach dem Mittagessen hatte sich Busse für die Kollegen einen Dorfrundgang organisiert, er zeigte Streck- und Hakenhöfe, und berichtete von der engen Durchfahrtsstraße. „Damals war es ein beliebtes Spiel, aus der Wirtschaft über den Postbus zu pinkeln“, sagte er zur Freude der Kollegen. Der Tross der Ortsheimatpfleger traf auf Menschen, kostümiert wie zu vergangenen Zeiten. So auf zwei Frauen, die Wasser vom Brunnen holen mussten. Sie berichteten, dass zwei Wassereimer, getragen mit einem Joch, eine „Reise“ bedeutete und dass damals für Mensch und Vieh viel Wasser benötigt wurde. „Damals“ ist noch gar nicht so lange her, seine erste Wasserleitung erhielt der Ort Esebeck im Jahr 1963. „Erinnerst Du Dich noch an das Plumpsklo, bei uns kam das Wasser auch erst in dieser Zeit“, sofort wurde diskutiert.

Auf der Sswinewede, der Schweineweide, wartete ein Schweinehirt und auch die Zeit des Nationalsozialismus ging nicht spurlos an Esebeck vorbei. Ein Reicharbeitsdienstlager war 1940 entstanden. Hier leisteten 70 bis 80 Frauen ihren Pflichtdienst, halfen auf den landwirtschaftlichen Betrieben. „Und die jungen Männer in Esebeck freuten sich“ sagte Busse. Teile der Baracken finden heute noch, wenige hundert Meter entfernt, in der Landwirtschaft Verwendung. „Eine rundherum gelungene Herbsttagung mit einem erfrischenden Dorfrundgang“, freute sich Sohnrey. bb

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