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Vermutlich auch Nonnen-Skelette

Herkunft der Skelett-Funde in der Göttinger Innenstadt Vermutlich auch Nonnen-Skelette

Die in der Göttinger Innenstadt gefundenen mehr als 70 Skelette stammen Archäologen zufolge nicht wie vermutet nur von Franziskanermönchen. Erste Untersuchungen an rund 69 Skeletten hätten gezeigt, dass mehr als die Hälfte der Überreste von weiblichen Körpern und daher von Nonnen stammen könnten.

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Die Ausgrabungen am Wilhelmsplatz.

Quelle: Archiv

Göttingen. Dies sagte die Göttinger Anthropologin Birgit Großkopf am Freitag dem epd. Die Skelette waren vor etwa einem Jahr beim Umbau eines alten Universitätsgebäudes entdeckt worden.

Da es in der Nähe der Fundstelle vom 13. bis zum 16. Jahrhundert ein Franziskanerkloster gab, seien die Forscher zunächst von einem Mönchsfriedhof ausgegangen, sagte Großkopf. Nun sei es wahrscheinlich, dass dort auch Nonnen beerdigt wurden. Im Jahr 1508 wurde unweit der Fundstelle auch ein Franziskanerinnenkloster gegründet. Dieses bestand bis 1835 und wurde während der Reformation im Jahr 1542 zu einem evangelischen Damenstift. Im 19. Jahrhundert entstanden auf dem Areal Universitätsgebäude.

Auch vier Kinder-Skelette seien gefunden worden, sagte Großkopf. Die Zahl sei aber so gering, dass es sich bei der Grabstätte nicht um einen allgemeinen Friedhof handeln könne. "Die Kindersterblichkeit war zu dieser Zeit weitaus höher."

Die erste Untersuchung der Skelette sei nun abgeschlossen, berichtete Großkopf. Dabei hatte eine Studentin Becken, Schädel und Zähne der Skelette analysiert. Die Ergebnisse gäben Rückschlüsse auf das Alter, Geschlecht und den Gesundheitszustand der Gestorbenen. So sei bei zahlreichen Knochen ein Eisenmangel festzustellen. Weitere Überreste würden vermutlich bis zum Jahresende von dem Areal geborgen und sollen im nächsten Jahr untersucht werden. epd

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