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Hilfe für pflegebedürftige Tiere

Stadttaubenkonzept Hilfe für pflegebedürftige Tiere

Tierschützer fordern ein „integratives Stadttaubenkonzept“ für Göttingen, der Naturschutzbund (Nabu) hält das für sinnvoll. Ein Antrag der Grünen soll dazu im Rat der Stadt bereits eingereicht worden sei

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Göttinger Tauben könnten bald in Bauwagen hausen: Tierschützer fordern ein Stadttaubenkonzept.

Quelle: Uwe Dillenberg

Göttingen. Es gebe „speziell in der Innenstadt sehr, sehr viele Tauben“, sagte Dirk Zimmermann, Vorsitzender des Nabu Göttingen. Mit Netzen und „Taubenspikes“ - Taubenabwehr-Leisten mit langen Metallspitzen - versuchen Hauseigentümer und Geschäfte die Tiere fernzuhalten. „Damit sie sich nicht so hemmungslos vermehren“, hat der Nabu umgebaute Bauwagen an den Berufsbildenden Schulen II und an der Geschwister-Scholl-Gesamtschule aufgestellt, in denen einige bebrütete Eier gegen Gipseier ausgetauscht werden. Bis zu 15 Tauben finden dort neben einer Brutstätte auch Wasser und Futter vor. Drei weitere dieser Bauwagen stünden beim Uni-Klinikum, würden aber nicht vom Nabu betreut, so Zimmermann.

Für zusätzlich Schläge dieser Art machen nun die Tierschützer Jan Mücher und Anette Neugebauer gemeinsam mit dem Verein Animal Rights Watch (Anriwa) mobil. Zusätzliche Taubenschläge trügen nicht nur zu einer saubereren Innenstadt bei, sondern auch zum Wohl der Tiere, erklärte Jan Mücher. Diese seien eigentlich verloren gegangene Brieftauben, die auf Pflege angewiesen seien. „Die meisten Leute schimpfen über den Kot, der würde dann in den Schlägen bleiben“, ergänzte Neugebauer. Denn Tauben seien heimatverbunden, würden bis zu 90 Prozent ihrer Lebenszeit im Schlag verbringen. Auch das Vorurteil, Tauben seien Krankheitserreger, müsse endlich aus den Köpfen raus. Sie seien keine größere Gefahr als andere Vogelarten, berief sich die Tierschützerin auf eine Studie.

Nach Aussagen Müchers hätten die Tierschützer einen Antrag an den Rat der Stadt formuliert, der bereits von den Grünen eingebracht worden sei. Während des nächsten Umweltausschusses am 25. April solle darüber beraten werden. „Wir würden die Schläge betreuen, bräuchten nur ein bisschen Unterstützung von der Stadt“, erklärte Marilena Ahnen von Anriwa. Verwaltungssprecher Detlef Johannson teilte unterdessen mit, dass sich die Stadt über „jede Form ehrenamtlicher, fachlicher Beratung und Unterstützung“ freue. Ein städtisches Bauwagenprojekt, mit dem die Taubenpopulation eingedämmt werden sollte, hatte es bereits gegeben. Doch nachdem das gescheitert ist, stehe man jetzt „irgendwie wieder bei Null“.

Von Yannik Höppner

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