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Historische Funde in der alten Destille in Hann. Münden

Fast 100 Jahre alte Getreidekörner Historische Funde in der alten Destille in Hann. Münden

Spannender Fund bei der Sanierung der alten Destille in Hann. Münden: bei Erdarbeiten sind Überreste des Vorgängerbaus freigelegt worden, die von einer wechselvollen Geschichte erzählen. Rund 225 Besucher aus Stadt und Umgebung haben sich am Sonntag die Relikte angesehen und auf einem historisch-archäologischen Rundgang von Stadtarchivar Stefan Schäfer erläutern lassen.

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Bernd Demandt ermöglicht interessierten Besuchern einen Einblick in die alte Destille in Hann. Münden.

Quelle: Hinzmann

Hann. Münden. „Uns war schon klar, dass wir etwas finden könnten“, sagt Bernd Demandt (49), der in dem Gebäude rund zehn Eigentumswohnungen bauen möchte, „aber dass es so spannend sein würde: damit haben wir nicht gerechnet“.

Unter anderem wurde die Getreidetrocknungsanlage entdeckt, welche aller Wahrscheinlichkeit nach 1918 den Brand ausgelöst hat, der das Lagergebäude zerstörte, das sich bis dahin an dem Standort befunden hatte. Faszinierend: sogar zu Klumpen zusammengeballte Überreste von verbrannten Getreidekörnern sind erhalten geblieben.

Zum ersten Mal wurde an der Adresse „Hinter der Stadtmauer 9/11“, wo sich die alte Destille befindet, im Jahr 1796 gebaut. Der reiche Mündener Kaufmann Johann Philipp Holtzmüller ließ dort ein Lagergebäude errichten. Dieses brannte 1918 ab.

Funde ins Städtischen Museum

Anschließend blieb das Grundstück 15 Jahre unbebaut, bis 1933 ein neues Gebäude errichtet wurde, das zunächst wieder als Getreidelager und von den 50ern bis in die 90er Jahre von Louis Winkelmann als Wein- und Spirituosenlager genutzt wurde. Danach stand das Gebäude viele Jahre leer, bis Bernd Demandt es 2006 kaufte und als Veranstaltungsort für Konzerte und Ausstellungen zu nutzen begann.

Eine ganze Reihe der sonntäglichen Besucher verbindet etwas mit dem Gebäude, so sagten ein paar, dass Verwandte an dem 1933 erfolgten Bau beteiligt gewesen seien. Auch Wilhelm und Walter Münder, Angehörige einer Seitenlinie der Familie, die das Getreidelager betrieb, guckten sich die Funde an. Diese sollen gesammelt und dem Städtischen Museum übergeben werden.

Von Hauke Rudolph

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