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Höchste Brandgefahr in Feld, Wald und Flur

Zwei Bände am Montagabend und Dienstagmittag Höchste Brandgefahr in Feld, Wald und Flur

Wald und Feld sind in diesen Tagen höchst brandgefährdet. Am Dienstag brannte es bereits bei Lippoldshausen und bei Immenhausen westlich von Hann. Münden.

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Nächtlicher Einsatz für die Mündener Wehren: Eine Freifläche nördlich von Lippoldshausen brannte.

Quelle: Feuerwehr Hann. Münden

Am Dienstagmorgen galt auf den Grasland- und Waldbrandgefahr-Indexkarten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) für die Region die höchste Gefahrstufe 5. Zwar wurde die Gefahrstufe für Waldbrände im Laufe des Vormittags von fünf auf vier heruntergesetzt, dennoch sind Feld, Wald und Flur trocken wie selten – und damit stark brandgefährdet.

Weil in der Region zeitweise die höchste Gefahrenstufe herrschen kann, seien die Feuerwehren auf schnelle und große Einsätze vorbereitet, sagt der Göttinger Kreisbrandmeister Volker Keilholz. Die notwendigen Gerätschaften für Einsätze in freier Natur würden ständig parat gehalten. Die weitere Aufgabe der Feuerwehren in diesen Tagen, erläutert Keilholz, sei es, die Bevölkerung für die derzeitigen Gefahren zu sensibilisieren. Brände, seien sie auch noch so klein, sollten sofort der Feuerwehr gemeldet werden.

Dabei weist Keilholz auf die sogenannten Rettungspunkte Forst hin. Forstliche Rettungspunkte sind definierte Orte im Wald, die über Koordinatenangaben Treffpunkte beschreiben. Im Falle eines Unfalls, Notfalls oder Feuers können diese Treffpunkte bei der Kommunikation des Melders mit Feuerwehr oder Rettungsdienst genutzt werden. Rettungspunkte dienen vor allem ortsunkundigen Personen der besseren Orientierung und Beschreibung des Standortes im Wald.
Spaziergängern stehen die Rettungspunkte als markierte Punkte im Wald oder über IT-Anwendungen im Internet zur Verfügung. Die Rettungspunkte-Dateien können unter rettungspunkte-forst.de aufgerufen werden.

Bereits am Montagabend hatte es Alarm für ein Waldgebiet bei Immenhausen gegeben, der aus bislang unbekannter Ursache in Brand geraten war. Ein Radfahrer hatte ein Feuer am sogenannten Mündener-Stock ausgemacht. Feuerwehren aus Hann. Münden und Kassel rückten zu einem Großeinsatz aus. Zeitweise habe der Waldboden und Wurzelwerk auf einer Fläche von 3000 Quadratmetern gebrannt, sagte ein Sprecher der Feuerwehr Kassel. Am Dienstagmorgen war das Feuer unter Kontrolle. Verletzt wurde niemand.

Eine brennende Freifläche nördlich von Lippoldshausen wurde der Mündener Feuerwehr am Dienstagmittag gemeldet. Nördlich des Ortes brannte es in einem Weizenfeld. Dieses Feuer konnte die Feuerwehr allerdings schnell unter Kontrolle bringen.

Die Hann. Münden, Bonaforth, Hemeln, Gimte und Wiershausen sammeln sich vor dem Abmarsch am Penny-Markt in Hann. Münden.

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Die Feuerwehren rechnen für die kommenden Tage mit weiteren ähnlichen Vorfällen, sagt Frank Gloth, Sprecher der Göttinger Berufsfeuerwehr. Die Prognosen des DWD für den Grasland-Brandgefahrindex weisen für Mittwoch eine Gefahrenstufe von drei aus, die zum Donnerstag noch einmal auf die zweithöchste Stufe vier steigen soll. Erst am Freitag wird voraussichtlich Entwarnung gegeben werden können, bevor die Brandgefahr ab Sonnabend wieder ansteigen soll. Ähnlich sieht der DWD-Index für die Waldbrandgefahr aus, bei der nach einer kurzen Entspannung die Gefahrstufe am Freitag wieder auf vier steigen soll.

Die Tipps der Feuerwehr

Auch wenn die Lust auf Grillen noch so groß ist: In Zeiten hoher Brandgefahr in Feld, Wald und Flur sollten Bürger den Gebrauch von offenem Feuer in freier Natur unbedingt vermeiden, raten Kreisbrandmeister Volker Keilholz und Frank Gloth von der Göttinger Berufsfeuerwehr. Die weiteren Ratschläge der Brandbekämpfer:

  • nicht im Wald rauchen, in freier Natur keine Zigarettenkippen wegwerfen
  • wenn ein Feuer unvermeidlich ist, ständig beaufsichtigen
  • Gleichgültig wo: auch vermeintlich kalte Grillkohlenreste immer mit Wasser ablöschen
  • keine Glasscherben, Flaschen und ähnliches im Wald liegen lassen
  • keine Fahrzeuge auf Wiesen und Waldflächen parken: Besonders Katalysatoren sind heiß und können trockene Gräser und Ähnliches entzünden
  • nicht auf Feldwegen oder Zufahrten zu Wäldern, Baggerseen, Ausflugsgebieten parken und die Zufahrt für Feuerwehrfahrzeuge frei halten
  • Besondere Vorsicht auf Feldern walten lassen: Dort wird derzeit Heu gemacht, was extrem entzündlich ist
  • Kein Unkraut abflammen
  • Keine Abfälle in die Natur werfen. Scherben können wie Brenngläser wirken
  • Viele Brände lassen sich durch rasches Eingreifen schon im Anfangsstadium löschen. Deshalb sofort die Feuerwehr (Notruf 112) alarmieren – auch wenn es sich noch um ein vermeintlich kleines Feuer oder wenig Rauch handelt
  • Den Brandort bei einer Meldung an eine Rettungs- und Feuerwehrleitstelle so präzise wie möglich angeben, dabei markante Punkte benennen
  • Nach einem Notruf vor Ort bleiben und den anrückenden Feuerwehren von den Zufahrtsstraßen den Weg zur Brandstelle weisen
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